Damüls/Mellau - Zusammenschluss über die Mittagsspitze-Wannenkopf
Schon seit dem Jahre 1986 wird der räumliche Zusammenschluß der beiden Schigebiete Mellau und Damüls diskutiert. Aufgrund einer negativen Beurteilung seitens der Abteilung Forstwirtschaftlicher Dienst der Bezirkshauptmannschaft Bregenz wurde 1987 das Projekt nicht mehr forciert. Durch den derzeit enormen Erschließungs- und Wettbewerbsdruck im gesamten Alpenraum erfolgte im Jahre 1998 seitens der Seilbahnbetreiber ein neuerlicher Vorstoß, die beiden Schigebeite Mellau - Damüls zusammenzuschließen.
Der projektierte Zusammenschluß würde neben dem weiteren Verlust eines noch unerschlossenen Naturraumes enorme Eingriffe östlich der Mittagsspitze, im Bereich der Hinterargenalpe - Wannenkopf - Wannenalpe bedeuten. Vom geplanten Zusammenschluss wären im Biotopinventar “Hinterer Bregenzer Wald” festgelegte Groß- und Kleinraumbiotope massiv betroffen. Projektiert sind neben drei neuen Seilbahnanlagen auch großdimensionierte Schipisten mit einer Fläche von rund 44 ha. Dabei beträgt das abzutragende Volumen bis zu 262.000 m³ und das anzuschüttende Volumen bis zu 79.000 m³. Die Seilbahn- und Pistenerschließung würde von der Bergstation Elsenalpbahn in direkter Linie zur Hinterargenalpe geführt werden. Die Pistenbreite ist in diesem Abschnitt mit 85 m projektiert. Von der Hinterargenalpe erfolgt eine weitere Erschließung in Richtung Wannenkopf. Dabei müssten neben großen Geländeeingriffen einzelne Waldgruppen geschlägert werden. Die durchschnittliche Pistenbreite ist in diesem Abschnitt mit 107 m projektiert. Vom Wannenkopf würde der dritte Seilbahn- und Pistenabschnitt über die sanft geneigten Hänge der Wannenalpe sowie über den Bettlerkopf in Richtung Roßstellen und Ufernalpe geführt werden. Der steile Pistenabschnitt im Bereich des Bettlerkopfes müsste mit Steinschlag- und Lawineneinrichtungen abgesichert werden.
Die Gemeinde Damüls plant darüberhinaus eine Skigebietserweiterung in die Ragatzer Mulde. Das Erschließungsvorhaben ist vom bestehenden Skigebietsteil “Hintere Ugaalpe – Hohe Licht” bis zum Gipfel des Ragazer Blanken projektiert. Der Bodenverbrauch würde sich damit im Schigebiet Damüls von derzeit 102 ha auf 152 ha erhöhen. Der bis heute noch völlig unerschlossene Naturraum der Ragatzer Mulde wäre damit zerstört.