Anlässlich des Gletscherbahn-Unglücks von Kaprun hat der Fachverband der Seilbahnen seine vierteljährliche Ausschusssitzung nach Zell am See verlegt. Dipl.Ing. Dr. Ingo Karl, Fachverbandsvorsteher, zur Sitzung: "Wir möchten mit diesem Schritt unseren Kollegen von der Gletscherbahn Kaprun sowie den Angehörigen der Opfer deutlich Solidarität und Anteilnahme signalisieren. Oberste Priorität hat es jetzt für uns, gemeinsam mit allen vor Ort bereits tätigen Experten und Sachverständigen Ursachen und Hintergründe des Unglücks restlos aufzuklären. Auf Grundlage gesicherter Erkenntnisse werden wir allfällige zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen umgehend treffen und alle strategisch sinnvollen Schritte festlegen. Ich möchte aber betonen, dass Österreichs Seilbahnen auch im internationalen Vergleich einen besonders hohen Sicherheitsstandard aufweisen."

Dr. Erik Wolf, Geschäftsführer des Fachverbands ergänzt: "Österreichs Seilbahnen investieren jährlich zwischen 3,5 und 5 Milliarden Schilling in die Sicherheit und den Komfort der Anlagen. Konkret werden die Anlagen dabei auf den neuesten technischen Stand gebracht sowie erweitert.

"Aus gegebenem Anlass", so Ingo Karl, "werden wir im Hinblick auf die bei allen Bahnen turnusmäßig anstehenden Hauptrevisionen unsere Mitglieder dazu aufrufen, besonderes Augenmerk auf Brandschutzmaßnahmen zu legen. Diese Aufforderung ergeht, obwohl das im Fall Kaprun spefizisch gefährliche Element des Tunnels nur 5 aller österreichischen Seilbahnen betrifft."

Betreffend des Gletscherzugs Kaprun gelten zur Zeit folgende Fakten als gesichert:

• Die Standseilbahn Kaprun wurde 1997 einer Prüfung durch den TÜV unterzogen und entsprach allen Auflagen.
• Die behördlich vorgeschriebenen Brandschutzvorschriften sind erfüllt und eingehalten worden.
• Bergeübungen haben ebenso stattgefunden wie die regelmäßigen fachlichen Unterweisungen der Gletscherbahn-Mitarbeiter.

Bestürzung über das Ausmaß der Katastrophe - Unglück umso tragischer, als gerade die österreichischen Seilbahnen besonders hohe Sicherheitsstandards aufweisen.

Dipl.Ing. Dr. Ingo Karl, Vorsteher des Fachverbandes der Seilbahnen Österreichs, bringt die tiefe Betroffenheit der Interessensvertretung über das Gletscherbahn-Unglück vom 11.11.2000 in Kaprun zum Ausdruck: "Wir alle sind bestürzt über das Ausmaß der Katastrophe. Unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme gelten den Angehörigen der Opfer." Karl weiter: "Das Unglück bei der Gletscherbahn Kaprun ist umso tragischer, als gerade österreichische Seilbahnen besonders hohe Sicherheitsstandards aufweisen. In Österreich gibt es weltweit die schärfsten Sicherheitsvorschriften für Seilbahnen und unser Land ist federführend an der EU-weiten Umsetzung dieser Vorschriften beteiligt. Die österreichischen Anlagen werden laufend behördlich überprüft und gewartet, um Sicherheitsrisiken möglichst gering zu halten. Die Gletscherbahn Kaprun wurde erst im Zeitraum August/September 2000 einer Revision unterzogen und entsprach allen behördlichen Vorschriften."

Dr. Erik Wolf, Geschäftsführer des Fachverbandes der Seilbahnen Österreichs, betont, dass es jetzt vor allem darum gehe, die Opfer raschest möglich zu bergen, den Hinterbliebenen zu helfen und gemeinsam mit den bereits zugezogenen Sachverständigen die Ursachen des Unglücks restlos aufzuklären. "Für uns", so Wolf weiter, "ist es selbstverständlich, allfällige Erkenntnisse über eventuell bestehende Mängel sofort zum Anlass zu nehmen, gemeinsam mit dem Gesetzgeber, mit Brandschutzsachverständigen und Fachleuten die Sicherheitsvorschriften weiter zu verbessern."

Jährlich 550 Millionen Personentransporte auf Seilbahnen
Wolf betont, dass trotz dieser bedauerlichen aktuellen Katastrophe in Kaprun Unfälle mit österreichischen Seilbahnen generell sehr selten sind. Österreichs Seilbahnen führen jährlich durchschnittlich 550 Millionen Personentransporte durch, ohne dass es zu gröberen Zwischenfällen kommt.

Strenge Vorschriften sehen regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen vor
Für die Seilbahnen gibt es generell ein detailliertes Regelwerk. Wesentliche technische Funktionen und Einrichtungen werden täglich vor Inbetriebnahme der Anlage kontrolliert; standardisierte Wartungsarbeiten werden in Monatsabständen durchgeführt. Hinzu kommen die in den Betriebsvorschriften für die einzelnen Anlagen jeweils festgelegten Prüfungen durch die Seilbahn- oder Liftbetreiber selbst. Diese Revision wird jährlich durchgeführt und, wie alle Wartungsarbeiten in Betriebstagebüchern dokumentiert. Die für Seilbahnen und Sessellifte geltende Seilbahnüberprüfungs-Verordnung sieht zusätzlich alle fünf Jahre eine umfassende externe Prüfung durch unabhängige Sachverständige vor. Geprüft werden Technik, Elektrotechnik und Betriebssicherheit.

 

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