Um 9.02 Uhr war die Garnitur der Bahn von der Talstation in 911 Meter Seehöhe mit rund 180 Passagieren losgefahren. Nach der Überquerung der Talsohle fuhr der Zug in den Tunnel ein. Die Standseilbahn führt bis auf 2.446 Meter Seehöhe. Die mittlere Neigung beträgt 42,8 Prozent. Allein die Stollenlänge der Bahn, die zum größten Teil im Berg angelegt ist, beträgt 3.298 Meter.

So dürfte der weitere Hergang gewesen sein: Das Feuer brach im talwärtigen Teil des Zuges aus. Die Kaminwirkung ließ die Flammen schnell bis zur Spitze des Zuges vordringen. Um 9.05 Uhr kam der Zug im Tunnel zum Stillstand.

Am Unglücksort herrschte Panik. Ein betroffener deutscher Augenzeuge gegenüber der APA: "Schreckliche Szenen haben sich in der plötzlich verqualmten Kabine abgespielt. Die vielen Leute haben in Todesangst geschrien und verzweifelt einen Ausgang gesucht. Sie haben versucht, die verschlossenen Türen aufzureißen und Fenster einzuschlagen. Ich wollte nur nach draußen und konnte mich nur deshalb in letzter Sekunde retten, weil ein Fenster eingetreten wurde und ich mich ins Freie kämpfen konnte."

Betriebsleiter Müller: "Als der Alarm losging, hat es noch fünf bis zehn Minuten Funkkontakt mit dem Waggonführer gegeben." Der Zugführer hätte die Anweisung bekommen, die Türen zu öffnen und die Fahrgäste zu bergen." Doch dann brach die Verbindung ab... Die Tragödie in der Tragödie: Gerade der Umstand, dass sich viele der Passagiere offenbar bergwärts in Sicherheit bringen wollten, raubte ihnen jede Überlebenschance. Sie erstickten an den Rauchgasen.

Drei Tote gab es in der Bergstation der Standseilbahn am Kitzsteinhorn: Ein Mitarbeiter der Gletscherbahn und zwei Touristen starben an den Giftgasen, die aus dem 3,2 Kilometer langen Stollen kamen. Die Identität dieser Opfer wurde von den Salzburger Behörden bis Samstag gegen 21.30 Uhr nicht bekannt gegeben. Ebenfalls ums Leben war der Fahrer der in Gegenrichtung - talwärts - fahrenden Garnitur der Standseilbahn gekommen.


Die offizielle Opferbilanz: 155 Tote

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