seilbahn.net | Themenbereiche | Wirtschaft | 2021-01-12

Was passiert da gerade in einigen österreichischen Skigebieten?

Es scheint, dass man die jahrzehntelange Image-Pflege mit Füßen tritt.

Man spricht von „schwarzen Schafen“, welche man in den letzten Wochen in fast allen Bundesländern antreffen musste, man hört von fast täglichen Polizei-Einsätzen… 

Das können und dürfen doch nicht die Botschaften sein, die diese Branche an die immer stärker verunsicherten Skifahrer im In- und Ausland senden will. Unser Image als Skination Nr. 1 wird damit extrem geschädigt. Siehe die mediale Präsenz im In- und Ausland. Die aktuelle „Sonderstellung der Skigebiete“ wird ja auch von anderen Berufsgruppen stark angegriffen. (Skigebiete dürfen öffnen, wir nicht)

Was nützen all die gut gemeinten Sicherheitskonzepte, wenn solche Bilder dann über die Fernsehkanäle und Social-Media laufen. Es war doch klar, dass man genau hinsehen wird, ob unsere Skigebiete für den Winter fit sind.

Irgendwie – dazu wurden wir auch auf seilbahn.net einige Beiträge geschrieben – wollte man wahrscheinlich nicht ganz wahrhaben, dass sich hier etwas gravierend verändert. Angesprochene Themen wie Limitierung, Befüllungsgrad der Bahnen, unterschiedliche Zutrittszeiten, Reservierungen etc. – eigentlich genau die Themen, die uns gerade beschäftigen – haben in so manch eigene Überlegung nicht hineingepasst.

Man könnte auch sagen, Gästemeinungen wurden nicht ernst genommen. Einige durchgeführten Sonder-Studien zu Covid-19  (auch von uns) haben klar gezeigt, welche Erwartungshaltung Gäste bezüglich z.b. Befüllungsgrad der Gondeln /Limitierung haben. Es wäre eine Möglichkeit gewesen, dieser Verunsicherung proaktiv zu begegnen, statt sich nachträglich mit den Behörden darüber einigen zu müssen. 

Es ist klar, dass alle vor einer großen Herausforderung standen, einerseits diese Pandemie im Auge zu behalten und andererseits einen halbwegs normalen Betrieb aufnehmen zu können. Aber spätestens nach dem ersten Fiasko bei Gletscher-Skigebieten hat jeder der Beteiligten genau gewusst, worauf es ankommen wird.   

Schade, dass man aktuell sehr viel „Porzellan zerbricht“ mit Bildern, welche Skifahrer weiterhin stark verunsichern. Persönlich würde ich hier einen Anteil von 30 % sehen, die deshalb die Skigebiete meiden, weil eben diese geforderte Sicherheit nicht gegeben ist. 

Und hier noch ein Hinweis zu „Ankommen“:

Es muss uns bewusst sein, dass unsere Gäste einen Empfang der Polizei auf unserem Parkplatz nicht als „welcome“ empfinden. Leider ist einigen Skigebieten die Wichtigkeit vom Parking bis zum Lift-/Gondeleinstieg – also dieses „Ankommen“ im Bereich der Kundenzufriedenheit immer noch nicht ganz bewusst. Das gilt ganz generell. Service-Qualität beginnt eben dort! 

Vielleicht schafft man es dennoch die Skigebiete (hoffen wir auch mit Hotels) für die Ferienzeit im Februar offen zu halten. Wenn man diese noch zögernden Gäste erreichen will, sollte auf den Homepages klar aufgezeigt werden, wie es beim „Ankommen“ bestellt ist. Live-Bilder dieser Situation vor Ort sind jenen vom Skigebiet vorzuziehen, bzw. zu ergänzen. Das bringt aktuell mehr Gäste!! Die aufgeführten, lesbaren Maßnahmen genügen nicht; es muss erlebbar/nachvollziehbar sein. 

Mein Appell an alle Verantwortlichen, die diesen Beitrag lesen: wir befinden uns in einer Ausnahme-Situation, die einen größeren Einsatz auf diesen neuralgischen Punkten des „Ankommens“ erfordern. Schicken Sie Ihre Top-Leute im Umgang mit Gästen an diese Front. Jetzt können Sie mit persönlicher Ansprache punkten. Ein sich sicher fühlender Gast ist derzeit das größte Kapital. Die entsprechende Weiterempfehlung ist Ihnen sicher!

Diese „Image-Killer“ müssen vermieden werden, sonst wird unsere Ski-Community noch kleiner als sie schon ist. Und wir brauchen doch jeden Fan! 

Mike Partel / Mountain Management 

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