seilbahn.net | Themenbereiche | Wirtschaft | 2021-01-19

Österreichs Skigebiete meist ohne langfristige Pandemie-Strategie

Österreichs Skigebiete verfolgen einzelne Maßnahmen, haben jedoch großteils keine langfristige Pandemie-Strategie. Das ist das Ergebnis einer Studie der Wirtschaftsuniversität Wien und von Fraunhofer Austria. Die Umfrage unter 88 teilnehmenden österreichischen Skigebieten aller Größen aus 330 Befragten zeigt, dass mehr als 90 Prozent der Betreiber/innen im Befragungszeitraum Dezember 2020 noch keine fertige Pandemie-Strategie entwickelt haben und ca. ein Drittel auch keine Entwicklung plante.

Zur Erhöhung der unternehmerischen Resilienz in Krisen, wie jener der COVID-19-Pandemie, ist die Entwicklung geeigneter Strategien überlebensnotwendig. Christian Schumacher, Assistenz-Professor am Institute for International Business der Wirtschaftsuniversität Wien erklärt: „Unternehmen mit einer klaren Strategie kommen erfolgreicher durch Notsituationen und können langfristig sogar davon profitieren. Genau an diesem Punkt setzt unsere Studie an: Uns stellte sich die Frage, inwieweit sich die österreichischen Skigebiete mit konkreten Maßnahmen auf die COVID-19-Krise vorbereitet haben und welche Lösungen hier verfolgt werden. Einen besonderen Fokus haben wir hierbei auf Digitalisierungslösungen wie personifizierte Skikarten-Chips, Fiebersensoren oder automatisierte COVID-19-Schnelltestsysteme gelegt.“

Großteils noch keine klare COVID-19-Strategie

Die Autor/inn/en untersuchten hierbei sowohl die Entwicklung einer generellen Strategie zur Handhabung der COVID-19-Pandemie als auch konkrete Maßnahmen und Lösungen aus dem Bereich der Digitalisierung. Die Studie zeigt: Lediglich sieben Prozent der befragten Betreiber/innen verfolgen bereits eine fertig entwickelte COVID-19-Strategie und nur jedes fünfte Skigebiet arbeitet derzeit an der Ausarbeitung von Strategien. Es zeigt sich in der Umfrage des Weiteren hohes ungenutztes Potential von Digitalisierungslösungen im Umgang mit COVID-19. Hierzu Digitalisierungsexperte Andreas Schumacher von Fraunhofer Austria: „Digitalisierungslösungen im Kundenbereich und die damit verbundene Datennutzung erhöht die Kundensicherheit signifikant.“ Zwar haben die Betreiber/innen einzelne Maßnahmen gegen COVID-19 ergriffen, jedoch hat die Hälfte der Skigebiete derzeit keine Initiativen umgesetzt, um COVID-19 konkret mittels Digitalisierungslösungen entgegenzutreten. Vier von zehn Skigebieten planen dies auch nicht.

Hohes Potential von Digitalisierungslösungen vor allem in kleineren Skigebieten

Das hohe ungenutzte Potential von Digitalisierungslösungen gegen COVID-19 resultiert vermutlich aus teilweise fehlenden Digitalisierungsstrategien der Skigebiete. Rund zwei Drittel der befragten Betreiber/innen verfolgen derzeit keine fertige und konkrete Digitalisierungsstrategie. Hierbei handelt es sich vor allem um kleinere Skigebiete, die laut der Studie deutlich weniger digitalisiert sind als die großen. An der Vereinbarkeit der Digitalisierung mit dem Naturerlebnis Skifahren kann es laut Studienautoren nicht liegen – jedes zweite Skigebiet sieht hier eine gute Vereinbarkeit.

Die Studie:
Dr. Andreas Schumacher, Ass.-Prof. Dr. Christian Schumacher, Verena Mannsberger, B.Sc.: „COVID19 als Chance zur Digitalisierung in Österreichs Skigebieten.“ 


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