seilbahn.net | Themenbereiche | Wirtschaft | 2019-11-05

Falschmeldung über Sprengung des Linken Fernerkogels: Tiefpunkt einer Kampagne

Projekt Pitztal-Ötztal: Die Sprengung des Linken Fernerkogels ist eine bewusste Falschmeldung und wird von den Projektbewerbern kategorisch zurückgewiesen.

Pitztal-Ötztal/Tirol - Verzerrende Bildmontagen und in die Irre führende Informationen: Die Kampagne der Gegner von Pitztal-Ötztal setzt einen neuen Tiefpunkt. Suggeriert wird die Sprengung des Linken Fernerkogels – eine bewusste Fehlinformation, die von den Projektbewerbern kategorisch zurückgewiesen wird. Die Folge sind internationale Falschmeldungen. Medienvertreter werden zu einem Lokalaugenschein am Tiefenbachgletscher in Sölden am Mittwoch, 6. November, eingeladen. 

In Berichten namhafter Medien wurde unlängst davon geschrieben, dass für den Zusammenschluss von Pitztal und Ötztal zu einem gemeinsamen Skigebiet der Gipfel des Linken Fernerkogels gesprengt werden solle. Das ist unrichtig und widerspricht schlichtweg den Tatsachen. In Unkenntnis der geografischen Sachlage und ohne Rücksprache mit den Betreibern wurden in der Berichterstattung Falschinformationen zu einem regelrechten, rein physisch gar nicht realisierbaren Schreckensbild montiert. Bei der geplanten Begradigung einer Felskuppe handelt es sich um eine Gratspitze. Die Begradigung dieser Spitze – die im Übrigen in keiner der Karten einen eigenen Namen hat – wird zu einer „Gipfelsprengung“ hochstilisiert. Und der Einfachheit halber völlig haltlos mit dem Namen eines benachbarten Dreitausenders versehen – eine klassische Verdrehung von Tatsachen. Auch in Bildunterschriften zu Aufnahmen des Linken Fernerkogels wird von dessen Sprengung fabuliert. Der Abtrag dieses Berges wäre technisch gar nicht möglich, er besteht aus vielen Millionen Kubikmetern Gestein. Den Gegnern des Projektes ist keine Schreckensmeldung zu peinlich, um daraus Kapital zu schlagen. Wir bedauern es sehr, dass hier bewusst oder unbewusst falsche Informationen verbreitet werden, die in der Bevölkerung verständlicherweise mit Bestürzung aufgenommen werden und auf Unverständnis stoßen. Wir wurden in dieser Sache als Projektwerber zu keiner Zeit kontaktiert und hatten somit keine Möglichkeit, zu diesen irreführenden Falschmeldungen eine Klarstellung einzubringen. 

Hintergrund der Falschmeldung „Gipfelsprengung“

Richtig ist: Der Gipfel des Linken Fernerkogels wird zu keinem Zeitpunkt von den Projektarbeiten für einen Zusammenschluss der Gletscherskigebiete von Pitztal und Ötztal berührt. Auch die kolportierten 750.000 m³ Gesteinsabtrag werden völlig aus dem Kontext gerissen. Wahr ist vielmehr: Für die Begradigung dieser Gratspitze, auf der eine Zwischenstation einer Verbindungsbahn errichtet werden soll, sind 120.000 m³ und somit ein Bruchteil dieser Menge an Erdbewegungen nötig. Zum Vergleich: Ein Berggipfel wie jener des Linken Fernerkogel, der von manchen Medien als kurz vor der Zerstörung stehend kolportiert wurde, besteht aus vielen Millionen Kubikmetern Gestein. 

Richtiges Faktum: Begradigung einer Gratspitze, geordnetes Genehmigungsverfahren 

Richtig ist, dass der Bereich rund um den Linken Fernerkogel seit 2005 mit einer raumordnungstechnischen Widmung des Landes Tirol für eine skitechnische Erweiterung prinzipiell freigegeben ist. Die Projektplanung sieht vor, dass neben dem Joch unterhalb des Linken Fernerkogels eine Zwischenstation für eine Seilbahn 10EUB Fernerkogl II und III errichtet werden soll. Im Zuge dessen müsste eine Gratspitze begradigt und somit Fels um zirka 36 Meter abgetragen werden. Keinesfalls kann hier von der „Sprengung eines Berges“ – so wie nun behauptet - die Rede sein. Die in den Bildmontagen von Umweltorganisationen verwendeten Motive kolportieren den Abtrag von 55 Metern Gestein – das würde ein Vielfaches der tatsächlichen Kubatur darstellen. 

Laufende Abstimmung mit Behörden

Uns ist bewusst, dass dieser Vorgang einen Eingriff darstellt. Jedoch ist festzuhalten, dass in der gesamten Planungsphase alle Projektbestandteile – also auch der Felsabtrag für die Mittelstation Fernerkogl II und III – ausführlich in Abstimmung mit der zuständigen Behörde vorgeprüft wurden. Dabei sind keine Ausschließungsgründe aufgetreten, die gegen einen Zusammenschluss von Pitztaler und Ötztaler Gletscher sprechen würden. 

45 Sachverständige prüfen derzeit

Die 2016 zur Umweltverträglichkeitsprüfung eingereichten Projektunterlagen umfassen 11.200 Seiten und 700 Pläne. 45 Sachverständige beim Amt der Tiroler Landesregierung erstellen derzeit ihre Fachgutachten in 38 Fachbereichen. Das Ergebnis der Prüfung haben wir nun abzuwarten. 

Abschließend möchten wir festhalten, dass wir jederzeit gerne für detaillierte Fragen zum Projekt zur Verfügung stehen und Ihnen die Situation gerne auch vor Ort erklären.


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