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seilbahn.net | Themenbereiche | Seilbahnen | 2016-03-17

Doppelmayr/Garaventa: Die Toggenburg Bergbahnen AG setzt auf Architektur und Bahntechnologie der Spitzenklasse

Der Zeitplan für die Realisierung der neuen 10er-Gondelbahn Espel–Stöfeli–Chäserrugg in Unterwasser war sportlich. Dies ist für die Garaventa-Crew nichts Aussergewöhnliches. Interessant für die Seilbahnbauer war jedoch die Zusammenarbeit mit den weltbekannten Architekten Herzog & de Meuron, welche die Gondelbahnstationen entwarfen.

Eine Gondelbahn mit zwei Sektionen in knapp sechs Monaten zu realisieren, stellt hohe Ansprüche an die Planung und die Arbeitsvorbereitung. Auch bei der anschliessenden Montage und Inbetriebnahme muss jeder Handgriff sitzen. Die einzelnen Arbeitsabläufe wurden auf den Tag genau getaktet, damit die neue Anlage auf den festgesetzten Eröffnungstermin auch tatsächlich an die Toggenburg Bergbahnen AG übergeben werden konnte. Dies erforderte von allen Beteiligten ein hohes Mass an Flexibilität. Entsprechend anspruchsvoll waren die Anforderungen im Bereich Logistik und Montage.

Logistische Herausforderungen

Das Herzstück der neuen Anlage befindet sich in der Mittelstation. Neben den beiden Antrieben für die erste und die zweite Sektion ist auch die Garagierung der insgesamt 78 Gondeln in diesem Gebäude untergebracht. Die enormen Materialmengen für die Mittelstation wurden jeweils am Abend nach Betriebsschluss bis gegen Mitternacht an der Pendelbahn als Unterlast angehängt und zur Baustelle transportiert. Der Grund für diese aufwändigen Transporte lag in der fehlenden Erschliessung der Mittelstation durch eine Strasse. Dank der ausgeklügelten Detailplanung und der guten Zusammenarbeit aller beteiligten Unternehmen konnte der ehrgeizige Zeitplan eingehalten werden. Sämtliches für die Bergstation erforderliche Material wurde mit einem Schwerlasthelikopter an ihren Bestimmungsort geflogen.

Hochwertige Architektur und Seilbahntechnik

Für die Architektur der Stationen haben sich die Verantwortlichen der Toggenburg Bergbahnen AG wie schon beim Gipfelgebäude Chäserrugg für das weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Architekturbüro Herzog & de Meuron aus Basel entschieden. Das Zusammenspiel zwischen Architektur und Seilbahntechnik war eine besonders spannende Herausforderung. Die Tal- und die Bergstation nehmen die Formensprache der umliegenden Alpgebäude auf und fügen sich mit der einen geschwungenen Grundriss aufweisenden Mittelstation perfekt in die Landschaft ein. Wie schon bei der von Herzog & de Meuron entworfenen Bergstation auf dem Chäserrugg fiel der Entscheid auf die Verwendung von möglichst viel Holz. Damit wird die lokale Bautradition übernommen und im Stil der Architektur des 21. Jahrhunderts fortgesetzt.

Mehr Komfort für die Gäste

Die neue 10er-Gondelbahn Espel–Stöfeli–Chäserrugg ersetzt zwei Skilifte und entlastet das bisherige Nadelöhr Iltios. Die Förderleistung der insgesamt 78 von der CWA Constructions SA gelieferten modernen Gondeln beträgt 2500 Personen pro Stunde. Die Gäste gelangen über eine zweite Linie auf den Chäserrugg und geniessen eine komfortable Fahrt mit wundrbarer Aussicht auf Natur und Tierwelt. Die erste Sektion führt über eine Distanz von 1,4 Kilometern, die zweite ist knapp einen Kilometer lang. Die Gondeln transportieren die Gäste mit einer Fahrgeschwindigkeit von sechs Metern pro Sekunde. Die neue Gondelbahn wird auch während der Sommersaison in Betrieb sein.

Technische Daten
Anlagetyp: kuppelbare 10er-Gondelbahn mit 2 Sektionen
Förderleistung: 2500 Personen/h
Anzahl Fahrzeuge: 78 Gondeln à 10 Personen
Hersteller Fahrzeuge: CWA Constructions SA
Seillieferant: Teufelberger
Steuerungslieferant: Frey AG, Stans

1. Sektion Espel–Stöfeli
Horizontale Länge: 1400 m
Höhenunterschied: 419 m
Schräge Länge: 1469 m
Mittlere Neigung: 30%
Maximale Steigung: 62%
Durchmesser Förderseil: 50 mm
Fahrgeschwindigkeit: 6,0 m/s
Fahrzeuganzahl: 44
Fahrzeit: 5,29 Min.
Anzahl Stützen: 10
2. Sektion Stöfeli–Chäserrugg
Horizontale Länge: 943 m
Höhenunterschied: 390 m
Schräge Länge: 1025 m
Mittlere Neigung: 41%
Maximale Steigung: 68%
Durchmesser Förderseil: 50 mm
Fahrgeschwindigkeit: 6,0 m/s
Fahrzeuganzahl: 34
Fahrzeit: 4,06 Min.
Anzahl Stützen: 9





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