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seilbahn.net | Themenbereiche | Seilbahnen | 2018-01-03

Doppelmayr/Garaventa: Neue Pendelbahn Kräbel – Rigi Scheidegg

Innovative Technik kompakt verpackt 

Am 22. Dezember 2017 fand die Einweihung der neuen Pendelbahn Kräbel – Rigi Schei-degg statt. In nur gerade sechs Monaten Bauzeit wurde eine komplett neue Pendelbahn rea-lisiert. Die Kompaktseilbahn eignet sich dank dem Einsatz von Standardmodulen für kurze Bauzeiten. Gleichzeitig können die Betriebs- und Unterhaltskosten tief gehalten werden.

Der Betrieb von Luftseilbahnen ist strengen Richtlinien unterworfen. So stehen perio-disch immer wieder grössere Investitionen an. Um den Betrieb der Seilbahn zwischen der Talstation im Kräbel bei Goldau zur Rigi Scheidegg für die nächsten 30 Jahre zu sichern, hat sich der Verwaltungsrat der neuen Unternehmung für den Bau einer neuen Pendelbahn mit der exakt gleichen Linienführung entschieden. Die Herausforderung für die Seilbahnspezialisten: Bevor sie mit dem Neubau beginnen konnten, musste zuerst die alte Anlage inklusive Tal- und Bergstation sowie Seilbahnstützen komplett abgebro-chen werden. Der Zeitplan für den Abbruch der alten Anlage und den Neubau sah ge-rade einmal sechs Monate vor.

Im Werk vormontiert

Die kurze Bauzeit, aber auch die finanziellen Ressourcen der neuen Betreibergesell-schaft sprachen für den Bau des Kompaktseilbahn-Systems. Dieses verkörpert eine neue Bauweise von Klein-Pendelbahnen, deren Konzept sich im Baukastensystem standardisiert anwenden lässt. Die einzelnen Bauteile werden bereits im Werk vormon-tiert. Dadurch ergibt sich eine deutliche Reduktion der Installationsdauer, was sich wie-derum direkt auf die Bauzeit und auf die Baukosten auswirkt. Trotzdem verfügt die Kompaktbahn über innovativste Technik. Dazu gehören unter anderem eine hochmo-derne Antriebssteuerung mit Frequenzumrichter, eine Audio-/Videoüberwachung oder ein Remote Access zur Fernkontrolle und -instandsetzung.

Ein bewährtes System

Garaventa realisierte die neue Seilbahn vom Kräbel auf Rigi Scheidegg in Zusammen-arbeit mit der Inauen-Schätti AG, welche das Kompaktbahnsystem entwickelte. Im Aus-land hat sich dieses Seilbahnsystem bereits mehrfach bewährt. In der Schweiz stehen mehrere Anlagen mit Kabinen bis acht Personen im Einsatz. Neu bei der zweispurigen Pendelbahn ist, dass hier zwei CWA-Omega-IV-Kabinen mit Platzkapazität von je 15 Personen zum Einsatz kommen. Die Kabinen verfügen über zehn Sitzplätze sowie fünf Stehplätze. Das acht Rollen aufweisende Laufwerk, die gedämpfte Aufhängung sowie die einstellbaren Pendeldämpfungen und die hohe Windstabilität gewährleisten höchsten Fahrkomfort. Dieses innovative Segment bringt wesentliche Einsparungen sowohl bei der Anschaffung wie auch bei der Instandhaltung mit sich.

Auf mehreren Baustellen gleichzeitig

Um das enge Zeitfenster zwischen der letzten Fahrt der alten Kabinen und der Eröff-nung der neuen Pendelbahn am 22. Dezember 2017 optimal nutzen zu können, wurde während der Sommer- und Herbstmonate auf mehreren Baustellen gleichzeitig gearbei-tet. Neben dem Neubau der Tal- und Bergstation mussten auch die Fundamente der drei Seilbahnstützen komplett neu erstellt werden. Teilweise musste der Hang oberhalb der Stützen mit Felsankern gesichert und anschliessend mit Spritzbeton verfestigt wer-den. All diese Arbeiten erforderten eine gute Koordination innerhalb der verschiedenen Bauteams. 

Technische Daten
Ort: Goldau 
Höhe Talstation: 763,60 m 
Höhe Bergstation: 1’642,50 m 
Schräge Länge: 1’755,15 m 
Höhendifferenz: 878,90 m 
Förderleistung max.: 132 Personen/h 
Anzahl Fahrzeuge: 2 Kabinen à 15 Personen 
Fahrgeschwindigkeit: 6,00 m/s 
Fahrzeit: 5,58 min 
Anzahl Stützen: 3 
Tragseildurchmesser: 36 mm 
Zugseildurchmesser: 20 mm 
Seillieferant: Fatzer AG Romanshorn 
Steuerungslieferant: Frey AG Stans 
Hersteller Fahrzeuge: CWA Constructions Olten 
Nennleistung Antrieb: 90 kW






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