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seilbahn.net | Themenbereiche | Seilbahnen | 2018-05-16

Einsprache gegen zweite Seilbahn am Klein Matterhorn

Die SL erhebt Einsprache gegen die Zweiterschliessung des Klein Matterhorns in Zermatt VS

Quelle: STIFTUNG LANDSCHAFTSSCHUTZ SCHWEIZ (SL)

Der Ausbau des Klein Matterhorn, dem höchsten erschlossenen Gipfel der Schweiz, nimmt kein Ende. Neu ist eine 3S-Bahn von Testa Grigia auf das Klein Matterhorn geplant, um die höchste Alpenquerung auch für Nicht-Skifahrer zugänglich zu machen. Nach Ansicht der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) fehlen wichtige raumplanerische Grundlagen für die Bewilligung der neuen Bahn; zudem verdient die Hochgebirgslandschaft grösstmögliche Schonung.

Die geplante Umlaufbahn mit 10 Gondeln soll Testa Grigia auf 3458.5 m ü.M. mit dem Klein Matterhorn auf 3820.5 m ü.M. verbinden und wäre damit das derzeit höchstgelegene touristische Bauprojekt in den Schweizer Alpen. Doch gegen den Bau der neuen Bahn sprechen gewichtige Gründe. Zwar trifft es zu, dass das fragliche Gebiet durch die bestehenden Gebäude bereits vorbelastet ist. Diese bestehende Erschliessung stellt jedoch keinen Freibrief für alle möglichen weiteren Erschliessungen dar. Vielmehr ist die bauliche Dichte in dieser extremen Höhenlage bereits zu hoch und darf nicht weiter intensiviert werden. Die bestehenden grossen Betonbauten im Gipfelbereich des Klein Matterhorn sind störende Fremdkörper, welche die Silhouette des Berges nicht nur aus nächster Nähe verändern, sondern auch von weither sichtbar sind (z.B. Randa oder Täsch im Mattertal, Aussichtspunkt Gornergrat).

Zudem fehlen für die Bewilligung der Bahn wichtige raumplanerische Grundlagen: So kommen zwar die Tal- und die Bergstation in einer touristischen Nutzungszone zu liegen, nicht aber Teile der mit orangen Kugeln markierten Seilkonstruktion, also der zentralen Teile der Bahn. Auch fehlt ein Bedarfsnachweis. Der Rechtsstreit um die Zonenplanung am Klein Matterhorn liegt erst wenige Jahre zurück: 2014 hatte der Staatsrat eine Beschwerde verschiedener Umweltverbände (darunter auch die SL) gegen die Zonenplanung teilweise gutgeheissen und sich in seinem Entscheid bewusst für eine sehr zurückhaltende Einzonung ausgesprochen.

Die SL befürchtet zudem eine weitere Intensivierung des Tourismus in der Gipfelzone. Wird die 3S-Bahn gebaut und somit zusätzliche Gäste – insbesondere Nicht-Skifahrer – angelockt, wird bald der Ruf nach zusätzlichen Attraktionen im Gipfelbereich (z.B. Skywalk-Projekt) laut werden.
Solche Funpark-Elemente sind insbesondere im Hochgebirge höchst kritisch und unerwünscht. Eine solche „Disneylandisierung“ der höchsten Alpengipfel lehnt die SL, wie bereits mehrfach deutlich gemacht, vollumfänglich ab.

Quelle: STIFTUNG LANDSCHAFTSSCHUTZ SCHWEIZ (SL)

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