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seilbahn.net | Themenbereiche | Seilbahnen | 2019-05-15

Zusammenschluss Pitztal-Ötztal: Kundmachung

Verfahren nach dem UVP-G 2000 
 
Kurzbeschreibung des Vorhabens
 
1. PROJEKTWERBER
  
Projektwerberin für das UVP-Verfahren „Schigebietserweiterung und -zusammenschluss PitztalÖtztal“ sind die Pitztaler Gletscherbahn GmbH & Co KG und die Ötztaler Gletscherbahn GmbH & Co KG, beide vertreten durch die ILF Consulting Engineers Austria GmbH, Feldkreuzstraße 3, 6063 Rum bei Innsbruck.
 
2. ZWECK DES VORHABENS
 
Zweck des Vorhabens ist die schi- und seilbahntechnische Verbindung der beiden bestehenden Schigebiete Pitztaler Gletscher und Ötztaler Gletscher. 
 
3. TECHNISCHE KURZBESCHREIBUNG DES VORHABENS 
 
Die Pitztaler Gletscherbahn GmbH & Co.KG (PGB) betreibt am Talende des Pitztales, zwischen Taschachtal und Griestal, ein Gletscherschigebiet und das Schigebiet Rifflsee. Die Ötztaler Gletscherbahn GmbH & Co.KG (ÖGB) unterhält im westlichen und südwestlichen Teil von Sölden ein Schigebiet, welches sich zu Teilen auf den Gletschern Rettenbachferner und Tiefenbachferner befindet.
 
Das gegenständliche Projekt „Schigebietserweiterung und -zusammenschluss Pitztal–Ötztal“ sieht die schi- und seilbahntechnische Verbindung zwischen den beiden bestehenden Schigebieten, „Pitztaler Gletscher“ und „Ötztaler Gletscher“, vor. Hierfür soll aus der Talsohle Mittelberg im Pitztal eine Zubringerbahn in das Gebiet um den „Linken Fernerkogl“ errichtet werden. Weitere schi- und seilbahntechnische Verbindungen sollen die beiden bestehenden Schigebiete Pitztaler Gletscher und Ötztaler Gletscher miteinander verbinden. 
 
Das geplante Vorhaben setzt sich im Wesentlichen aus folgenden Anlagenteilen zusammen 
 
-  Seilbahn 3S Fernerkogl I:  Die Seilbahn dient als Zubringer aus dem Pitztal in das geplante, neue Zentrum unterhalb der Braunschweiger Hütte. Sie führt von der Talstation (ca. 1.730 m), entlang des Griestals zur Bergstation auf 2.662 m. Die neue Talstation wird östlich der bestehenden Talstation Gletscherexpress errichtet und in eine „neue“ gemeinsame Station integriert. Die Bergstation (in weiterer Folge Zentrum genannt) beinhaltet auch die Talstationen für die geplanten Bahnen Fernerkogl II und Grabkogl Ost.
 
- Seilbahn 10 EUB Fernerkogl II:  Die Seilbahn führt vom Zentrum auf einen Felsgrat, ca. 300 m östlich des Linken Fernerkogls. Mit ihr werden die geplanten Skipisten rund um den Linken Fernerkogl erschlossen. Die Bergstation auf 3.171 m bildet gleichzeitig die Talstation der Seilbahn Fernerkogl III.
 
-  Seilbahn 10 EUB Fernerkogl III:  Mit Hilfe dieser Bahn erfolgt die seilbahntechnische Verbindung zum Ötztaler Skigebiet. Die neue Bergstation liegt auf 3.245m, ca. 40 m südöstlich der bestehenden Bergstation Tiefenbachferner, auf der Ötztaler Seite.
 
-  Seilbahn 10 EUB Grabkogl Ost und Grabkogl West mit Zwischenstation: Die neue Zwischenstation Grabkogl liegt auf 2.475 m, direkt am Gletscherbruch bzw. am Beginn des bestehenden Notweges. Von hier erfolgt, mittels der Bahn Grabkogl Ost, die Verbindung zum neuen Zentrum (2.662 m) und mit der Bahn Grabkogel West die Anbindung zu den bestehenden Anlagen am Pitztaler Gletscher. Die Bergstation Grabkogel West liegt auf 2.839 m ca. 200 m südöstlich des Gletscherzentrums am Pitztaler Gletscher bzw. direkt südöstlich der bestehenden Bergstation „Stollenbahn Gletscherexpress.“ Die Station wird als „Kavernenbauwerk“ ausgeführt, d.h. die Station kommt zur Gänze im Berg zu liegen.

 -  Multifunktionales Gebäude Talstation Zentrum: Wie bereits oben beschrieben, wird für die Ausbildung der neuen Talstation der Seilbahn 3S Fernerkogl I das bestehende Talstationsgebäude der Pitztaler Gletscherbahn in Mittelberg teilweise abgerissen und in ein neues Gebäude, welches beide Stationen beinhaltet, integriert. Das neue Talstationsgebäude wird 3-geschossig ausgebildet und verfügt neben der Seilbahnstation unter anderem auch über Personalwohnungen, ein Cafe / Bistro sowie eine Betriebstankstelle.
 
-  Multifunktionales Gebäude Bergstation Zentrum: Das geplante „Zentrum“ befindet sich südlich der Braunschweiger Hütte und dient neben seiner Funktion als Stationsgebäude für die Seilbahnen Fernerkogl I, Fernerkogl II und Grabkogl Ost auch als Bergrestaurant. Daneben beinhaltet das Zentrum diverse Nebenräume wie z.B. Schidepot, Schiservice, Schiverleih, Schischule sowie eine Betriebstankstelle. 
 
-  Neue Pisten im Ausmaß von ca. 64 ha (s.a. Plan H866-ILF-PIS-AT-ZNG-0201-2): Neben den Seilbahnen stellen die geplanten Pisten um den Linken Fernerkogl das „Herzstück“ der Schigebietsverbindung dar. Vom Ausstieg an der gemeinsamen Station der Seilbahnen Fernerkogl II und Fernerkogl III führt südlich des Sattels des Linken Fernerkogls eine blaue Piste den Schifahrer entlang des Mittelbergferners vorbei an den bestehenden Anlagen des Schigebietes Pitztaler Gletscher bis zur Gletscherzunge des Mittelbergferners, wo sich auch die Zwischenstation der Seilbahnen Grabkogl West und Grabkogl Ost befindet. Nördlich des Sattels „Linker Fernerkogl“ sind auf dem „Hängenden Ferner“ und dem „Karlesferner“ Pisten im mittleren und hohen Schwierigkeitsgrad, welche bis zum neuen Zentrum führen, geplant. Vom Zentrum kann über einen Schiweg, der in Richtung des Mittelbergferners führt und in weiterer Folge in die blaue Piste auf dem Mittelbergferner einmündet, die Zwischenstation der Seilbahnen Grabkogl West und Grabkogl Ost erreicht werden. Die schitechnische Verbindung der beiden Gletscherschigebiete erfolgt über einen neuen Schitunnel. Der Tunnel erstreckt sich über eine Länge von 614 m in südwestliche Richtung unterhalb des Grates zwischen Pitz- und Ötztal in das Pitztal, wo er auf einer Höhe von 2.800 m bei den neu geplanten Pisten auf dem Karlesferner sowie einem Schiweg endet. Der Tunnel mit einem Gefälle von 6,5% und der daran anschließende Schiweg sind als blaue Piste konzipiert, welche auch dem schwachen Schifahrer einen Wechsel zwischen den beiden Gebieten ermöglichen.
  
-  Schneeanlage mit Speicherteich: Die geplante Schneeanlage Karlesferner dient der Beschneiung der im Zuge des Zusammenschlusses projektierten Pisten im Gebiet um den Linken Fernerkogl. Mit ihr werden jene Pisten beschneit, welche sich nicht auf dem Gletscher befinden und für einen Schibetrieb von unmittelbarer Bedeutung sind. Die wesentlichen Bestandteile der Schneeanlage Karlesferner bilden der Speicherteich mit einem Nutzinhalt von ca. 100.800 m³, eine Pumpstation sowie eine Wasserfassung zur Entnahme von Wasser aus dem Gletscherbach Karlesferner.
  
-  Maßnahmen zur Lawinen und Steinschlagsicherung: Zur Vermeidung von Lawinengefahr auf den Strecken der projektierten Seilbahnen sowie Pisten sind Sicherungsmaßnahmen (künstliche Lawinenauslösung mittels Lawinensprengmasten, Hubschrauber- und Handsprengungen) vorgesehen. Für die Herstellung der Anlagensicherheit sind die Gebäudefronten der Talstation Zentrum sowie einzelne Stützen der Seilbahnanlagen auf die entsprechenden Lawinenereignisse zu dimensionieren. Die Portalbereiche des Schitunnels werden durch entsprechende bauliche Maßnahmen steinschlagsicher gestaltet. Um die Piste Nr. 51 vor Steinschlag zu schützen ist die abschnittsweise Errichtung von hangseitigen Schutzdämmen vorgesehen.
 
Sonstige geplante Anlagenteile:
 
-  Stationäre Trinkwasserversorgung für die geplanten Anlagenteile Zentrum (Restaurant, Sanitäranlagen) und Zwischenstation der Seilbahnen 10EUB Grabkogl West und Grabkogl Ost (Sanitäranlagen) mittels einer erweiterten Nutzung der bestehenden Quellfassungen und Aufbereitung von Wasser aus dem Gletscherbach Mittelbergfener.
 
-  Stationäre Schmutzwasserentsorgung für die Anlagenteile Zentrum und Zwischenstation der Seilbahnen Grabkogl West und Grabkogl Ost mittels einer Anbindung an den bestehenden Schmutzwasserkanal an der Bergstation Gletscherexpress. 
 
-  Erweiterung der Anlagen zur Energieversorgung. 
 
-  Wegbauprojekte als Zufahrtswege zu markanten Punkten des Projektes im Gesamtumfang von ca. 3,8 km. 
  
-  Errichtung von Deponien für nicht weiter verwertbares Bodenaushubmaterial
 
Projektsgegenständlich sind außerdem diverse Kompensationsmaßnahmen, wie etwa Lebensraumaufwertungen für Auerwild, Extensivierung von Weideflächen und Ersatzaufforstungen. 
 
Downloads
Kundmachung  (240 KB) >>>>

Allgemeinverständliche Zusammenfassung der UVE  (2 MB) >>>>

voraussichtlicher Zeitplan  (226 KB) >>>>



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