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seilbahn.net | Themenbereiche | Beschneiung | 2009-07-01

Savognin erweitert Schneeanlagen im Sommer 2009

Die Savognin Bergbahnen AG baut ihre Schneeanlagen weiter aus. Damit sichert das Unternehmen Arbeitsplätze und sorgt für schneesichere Pisten. Die Investitionen belaufen sich auf 1,2 Mio. Franken.

Die Savognin Bergbahnen AG baute vor 31 Jahren ihre erste und Europas grösste Schneeanlage. Das Unternehmen spielte wie bei vielen anderen Angeboten eine Pionierrolle. Mit der ersten Schneeanlage wurden zwischen der Talstation und Fugna an die vier Pistenkilometer mit einer Höhendifferenz von 650 Meter beschneit. Damals lagen die Investitionen bei 3,5 Mio. Franken. Seit 1978 und bis heute investierte das Bergbahnunternehmen aus Eigenmitteln mehr als 12 Mio. Franken in Bau, Ausbau, Optimierung und Erneuerung der Schneeanlage. Um ihre Konkurrenzfähigkeit im harten Markt zu erhalten, ist es unabdingbar, die Schneeanlagen während des Sommers 2009 weiter auszubauen. Der Spatenstich für die neue Anlage erfolgt am 22. Juni. Beschneit wird ab Winter 2009/2010 damit neu die Piste Somtgant–Monas. Sie gilt bei weniger geübten Wintersportlern als «Lieblingspiste». Läuft alles nach Plan, wird die Anlage am 9. Oktober 2009 betriebsbereit sein. In die neue Schneeanlage investiert die Savognin Bergbahnen AG 1,2 Mio. Franken. Die Finanzierung erfolgt über den neuerlichen Bezug bereits amortisierter Kredite bei der Graubündner Kantonalbank und bei der UBS. Die Stammaktionäre sicherten ausserdem ein Darlehen von total 0,25 Mio. Franken zu.

Schneeanlagen – Grundangebot moderner Wintersportdestinationen
Moderner Wintersport ist ohne Beschneiung nicht möglich. Ohne diese Hilfsmittel kann der «Schnee für die Gäste und die Freunde des Wintersports» nicht gewährleistet werden. Beschneiungsanlagen haben den Vorteil, die Qualität zu optimieren und das Pistenangebot zu sichern. Sie gehören unabdingbar zum Grundangebot heutiger Wintersportdestinationen. Davon profitiert die ganze Ferienregion Savognin, denn ohne Grundangebot könnte das volkswirtschaftliche System im Tal nicht aufrechterhalten werden. Längerfristig kann es indes nicht die Rolle der Savognin Bergbahnen AG sein, dieses System aufrecht zu erhalten. Hier ist die ganze Region gefordert.

Erst 30 Prozent der Pisten gesichert
Mit der Erweiterung der Schneeanlage beschneit die Savognin Bergbahnen AG ab kommendem Winter etwa 30 Prozent der Standardpisten. Dies ist im Vergleich mit Österreich etwa sehr wenig und nicht zuletzt auf umweltschützerische und bürokratische Hindernisse zurückzuführen. Deshalb hat die Schweiz während Jahren grosse Wertschöpfungsverluste erlitten. Savognin und andere Schweizer Wintersportgebiete liegen heute hinter der Konkurrenz «schneemeilenweit» zurück. Tirol beschneit rund 70 Prozent der Pisten, Südtirol sogar 90 Prozent der Pisten. Immer mehr Skigebiete im Ausland werben beim Weiterausbau der Beschneiung mit dem Slogan «wir nähern uns der 90 Prozent oder sogar der 100 Prozent
Marke beschneiter Pisten». Investitionen sind für die Region wichtig.
Die jetzt neu zu tätigenden Investitionen sind für die ganze Region von grosser Bedeutung. So werden mit dem Erweiterungsbau der Schneeanlagen Arbeitsplätze gesichert und erhalten. Das Unternehmen investiert antizyklisch in einer wirtschaftlich unsicheren Zeit. Weitere Gelder in Höhe von 0.85 Mio. Franken werden in die Erneuerung der Pistenfahrzeugflotte investiert. Dazu kommen die Betriebskosten der Schneeanlagen und der Pistenpflege. Sie absorbieren einen grossen Teil des Verkehrsertrages weg. Die Aktionäre verzichten seit 16 Jahren auf eine Verzinsung des Aktienkapitals, während die Stammaktionäre zudem ein Darlehen aufbringen, um den Erweiterungsbau der Schneeanlagen zu ermöglichen. Künftig noch mehr gefordert sein werden sämtliche Tourismusakteure der ganzen Region Surses, indem auch diese eigeninitiativ sind und ihre Angebote dem Markt rasch anpassen. Die Vernetzung und Übereinstimmung der Angebote am Berg und im Tal ist dabei unabdingbar.

Die fast unsichtbare Technik der modernen Beschneiung
Die Beschneiungstechnik für die neue Anlage liefert DEMAC, Wolkenstein/Südtirol. Bereits im Sommer 2005 ist die Piste Somtgant-Piz Martegnas von der DEMAC ausgerüstet worden. Die jetzt erforderlichen Grabarbeiten führt die Tiefbaufirma Nicolin Luzio in Savognin aus, während die Savogniner Firma Cavegn AG die Rohre liefert. Die neu zu beschneidende Fläche ist 4 Hektaren gross; die Länge der Leitung rund 1400 Meter lang. Auf dem gesamten Leitungsnetz sind 17 Schächte verteilt, im Abstand von 70 bis 100 Meter. Als Schneeerzeuger werden Lanzen eingesetzt. Sie können automatisch geöffnet und geschlossen werden. Das Wasser für die Pistenbeschneiung wird aus dem bestehenden 3000 m3 Reservoir auf Somtgant bezogen. In der bestehenden Pumpstation wird eine zusätzliche Druckerhöhungspumpe mit einer Fördermenge von ca. 40l/s montiert. Die Druckluft für die Schneeerzeuger wird vom bestehenden Kompressor in der Pumpstation Somtgant genommen. Als Wasserleitung werden 150 Stahlguss Rohre, für die Luftleitung 125 PE Rohre und für die Stromversorgung sowie die Steuerung 100 Kabelschutzrohre in einer Tiefe von 1,8 Meter verlegt. Der theoretische Wasserbedarf für die Erstbeschneiung beträgt gegen 10 500 m3 bei einer Einschneizeit von 74 Stunden respektive 6 Nächten à 12 Stunden bei -5 bis -6 Grad Feuchtkugeltemperatur.

Viele Beteiligte
Namens der Savognin Bergbahnen AG ist allen Akteuren beim Weiterausbau der Schneeanlage zu danken: Den Unternehmungen und ihren Mitarbeitenden, aber auch den Mitarbeitenden der Savognin Bergbahnen AG, den Bewilligungsbehörden und Amtsstellen von Gemeinde und Kanton, der Gemeinde Riom-Parsonz und der Alpkorporation Val Nandro für das Durchleitungsrecht, den Banken und den Stammaktionären für die Finanzierung.


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