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seilbahn.net | Themenbereiche | Beschneiung | 2017-07-07

Disentis: Einigung mit Umweltorganisationen für Beschneiungsprojekt

Die Bergbahnen Disentis AG und die Umweltschutzorganisationen WWF Graubünden und Pro Natura Graubünden haben eine Einigung beim umstrittenen Beschneiungsprojekt in Disentis erzielt.

An der Regierungsratssitzung vom 04. Juli 2017 wurde die revidierte Nutzungsplanung der Gemeinde Disentis von der Regierung des Kanton Graubündens genehmigt. Mit der Teilrevision der Nutzungsplanung werden die raumplanerischen Grundlagen geschaffen, dass im Skigebiet Disentis eine Beschneiungsanlage realisiert werden kann. Dieser Bewilligung der Ortsplanungsrevision ist eine intensive Diskussion zwischen den Bergbahnen Disentis AG und den Umweltorganisationen WWF und Pro Natura vorausgegangen. Zentraler Konfliktbereich war ein Hochmoor von nationaler Bedeutung im Gebiet von Caischavedra, welches seit den 1970er Jahren skifahrerisch genutzt wird. Für die Umweltorganisationen war der ungeschmälerte Schutz dieses Hochmoors die Voraussetzung, dass sie auf allfällige Einsprachen gegen das Beschneiungsvorhaben verzichten können. Für die Bergbahnen Disentis AG war hingegen die Nutzung des entsprechenden Gebiets als Skipiste von grosser Wichtigkeit. 

In einer von den Parteien unterzeichneten Vereinbarung wurde nach zähem Ringen eine Möglichkeit gefunden, wie die Beeinträchtigung des hochsensiblen Hochmoors soweit reduziert werden kann, dass die Bergbahnen Disentis AG die bestehende Skipiste über das Moor weiterhin unter Auflagen nutzen können.. Diese Lösung hat von beiden Seiten erhebliche Kompromissbereitschaft und gegenseitiges Vertrauen verlangt. Mit dem jetzt im Regierungsbeschluss festgehaltenen Kompromiss wird der Schutz des Hochmoors wesentlich verbessert und langfristig gesichert. Die Bergbahnen Disentis AG verzichten auf grosse Pistenflächen, überwachen GPS-basiert zur Vermeidung von Flurschäden die jeweiligen Schneehöhen im Bereich der ökologisch sensiblen Flächen, schränken die zeitliche Nutzung der entsprechenden Pisten ein und etablieren ein langfristiges Monitoring. Die Zugeständnisse und Einschränkungen sind für die Bergbahnen Disentis schmerzhaft und kostspielig, betont Rudolf Büchi und sagt weiter «Ich bin aber der festen Überzeugung, dass im Sinne des Naturschutzes eine wesentliche Verbesserung erreicht wurde, welche wir gerne mittragen.» Für die Umweltorganisationen ermöglicht die vereinbarte Lösung eine Pistennutzung im Einklang mit dem seit 1987 in der Bundesverfassung verankerten Moorschutzes, ist Anita Wyss vom WWF Graubünden überzeugt: «Die Bergbahnen stellen sicher, dass das Hochmoor durch den Skibetrieb keinen Schaden nimmt und setzen damit den Moorschutz wirkungsvoll um.» Für alle involvierten Parteien ist die jetzige Vereinbarung ein Gewinn und nur dank dem Entgegenkommen aller zu Stande gekommen. 

Auf Basis der revidierten Nutzungsplanung und des revidierten generellen Erschliessungsplans beabsichtigen die Bergbahnen Disentis AG in den kommenden Wochen das Baugesuch für eine erste Etappe des Beschneiungsvorhabens einzureichen.

Kurzporträt Bergbahnen Disentis AG

Die Bergbahnen Disentis AG wurde 1969 mit dem Ziel gegründet Disentis und damit auch das Skigebiet, welches bis auf 3000m reicht, touristisch zu entwickeln. Die Aktien der Bergbahnen Disentis AG werden mehrheitlich von privaten Investoren gehalten. Heute betreiben die Bergbahnen Disentis AG das Skigebiet Disentis, die komplette Berggastronomie und zwei Ski- bzw. Bikefachgeschäfte und beschäftigen während der Wintersaison rund 70 Personen.




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