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seilbahn.net | Themenbereiche | Beschneiung | 2017-10-13

Familien-Schigebiet Feuerkogel wird schneesicher

…Traunsee Touristik, MND und Schneider Electric pushen mit Beschneiungsanlage kinderfreundliches Naherholungsgebiet

Das oberösterreichische Schigebiet Feuerkogel hatte trotz einer Seehöhe von 1.600 m bis zum Vorjahr kaum Winterbetrieb. Durch den Einsatz eines neuen Beschneiungssystems soll das nun geändert werden. Profitieren werden davon primär Familien aus der näheren Umgebung. Die Realisierung der Anlage durch den Beschneiungsspezialist MND (http://mnd-austria.com/  ) erfolgt mittels in Wien entwickelter und gefertigter energiesparender Technologien von Schneider Electric, dem globalen Spezialisten für Energiemanagement und Automatisierung. 

Die Herausforderungen des Schigebietes Feuerkogel im oberösterreichischen Ebensee konnten sich sehen lassen: Zwischen der Talstation und den Pisten liegt knapp 1.000 Höhenmeter unwirtliches, bis zu 50 Grad steiles Gelände, das tektonisch primär aus Fels besteht. Diesen Weg muss das Wasser zurücklegen, um das Schigebiet Feuerkogel zu „beschneien“. Dieses liegt auf 1.600 m und war in den vergangenen Jahren im Winter nicht mehr schneesicher. Das war schade, schließlich ist der Feuerkogel ein beliebtes Ausflugsgebiet für die umliegenden Schulen und Familien aus der näheren und weiteren Umgebung (Einzugsgebiet für Tagesgäste ca. 100 km radial). Nächtigungsgäste aus ganz Österreich und dem Ausland nutzen ca. 350 Betten, die in Hotels im Tal und urigen Hütten direkt am Berg bereitstehen. 
„Wir haben uns vor vielen Jahren daher entschlossen, allen tektonischen und geographischen Umständen zum Trotz, massiv in den Feuerkogel zu investieren und eine Beschneiungsanlage zu bauen“, berichtet Johannes Königsmaier von Traunsee Touristik. Während das Schigebiet im Vorjahr nämlich kaum in Betrieb war und bis 2016 sommers wie winters gleich viele Gäste anzog, sollte dies ab sofort mit der neuen Beschneiungsanlage geändert werden. 

Aufwändige Logistik aufgrund unwegsamen Geländes 

Das Beschneiungssystem selbst ist ein weitgehend vollautomatisiertes, für den mannlosen Betrieb geeignetes System, das mittels PC und Wetterstationen gesteuert werden kann. Das Wasser dafür – bis zu 2x 60 Liter pro Sekunde – wird im Tal, unmittelbar neben der Talstation, vom Langbathbach entnommen. Mittels zweier Hauptpumpen wird es rund einen Kilometer weit über eine Art Mittelstation auf den Berg geleitet, wo es – via 74 Hydranten – mehr als 46 Schneekanonen versorgt. Die Logistik dahinter ist aufwändig: Für 23 ha Pisten (das entspricht 15 Pistenkilometern) wurden rund 10.200 Meter Beschneiungsleitungen und 9.800 Meter Steuerungsleitungen verlegt. 

Mittelfristig ist angedacht, auf mittlerer Berghöhe einen Beschneiungsteich anzulegen und die parallel verlegte Leitung zum Transport für Trinkwasser zu benutzen. Realisiert wurde das Projekt vom internationalen Spezialisten für Beschneiung, der MND-Group, die in Österreich in Tirol (vormals Firma Sufag) beheimatet ist. „MND rüstet Gebirgsregionen aus und fördert die Mobilität in touristischen und urbanen Gebieten. Bei unserer Arbeit legen wir auf Effizienz, neueste Technologien und Energie-Einsparungspotentiale großen Wert“, erklärt MND-Techniker Ralf Hadrian, der das Projekt Feuerkogel seit Jahren betreut. „Deshalb ist auch Schneider Electric seit zehn Jahren unser bevorzugter Partner, wenn es um Antriebstechnik und damit den energetischen Teil unserer Lösungen geht.“ 

Floridsdorf entwickelt Technologie für oberösterreichischen Berg 

Für die Beschneiungsanlage Feuerkogel installierte Schneider Electric acht in Wien gefertigte Frequenzumrichter, deren vorrangige „Aufgabe“ es ist, das Wasser vom Tal auf den Berg zu transportieren. Möglich machen das insgesamt 2.770 kW Leistung. 

„Die Technologie dahinter wurde in Wien entwickelt und stellt bisherige Systeme, aber auch jene des Mitbewerbs, in den Schatten“, weiß Ing. Christoph Wohlschlager von Schneider Electric. „Sie verringert die Spannungsbelastung der Motoren und initiiert einen doppelten Vorteil: Zum einen wird der Motor weniger belastet, was seine Lebensdauer erhöht, zum anderen verringert sie den Energiebedarf des Systems. Beide Faktoren wirken sich langfristig auf die TCO-Kosten positiv aus.“ So macht es die „Start/Stopp“-Funktion beispielsweise zusätzlich möglich, den Leistungsteil des Umrichters komplett abzuschalten, sobald die Pumpe nicht mehr benötigt wird. Das spart nicht nur bis zu 60% der Energiekosten, sondern erhöht auch die Lebensdauer der Anlage. Ein weiteres Plus ist die Fernwartungs-Möglichkeit der Anlage, da die Pumpstationen schwer zugänglich sind. „Generell zeichnen sich unsere Frequenzumrichter durch intelligentes Energie-Management, platzsparende Bauweise sowie eine optimale Ressourcennutzung aus“, fasst Wohlschlager zusammen. Ralf Hadrian von MND begründet seinerseits die Wahl für Schneider Electric: „Was wir von MND Österreich an Schneider Electric schätzen, ist die lange Haltbarkeit der Produkte, ihre herausragende Qualität und einfache Bedienung sowie die Verfügbarkeit und Kompetenz des Supports.“ 

Die Schneequalität, die mit der Beschneiungsanlage Feuerkogel produziert wird, reicht von extrem trockenem Schnee bis zu sehr wässrigem: Insgesamt lassen sich bis zu 9 verschiedene Aggregatzustände von Schnee (der in der Fachsprache „technischer Schnee“ oder „Maschinenschnee“ heißt) erzeugen; abhängig ist das von der jeweiligen Bodenunterlage und den Witterungsbedingungen. Generell gilt: 1.000 m3 Wasser erzeugen die 2,5-fache Menge an Schnee. Bei einem Lokalaugenschein gab sich Königsmaier mit der Projektdurchführung mehr als zufrieden: „Damit steht einem ungetrübten Schneevergnügen am Feuerkogel nichts mehr im Wege. Durch die niedrigen Temperaturen und die neue Beschneiungsanlage hatten wir unseren Saisonstart plangemäß im Dezember.“ 

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