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seilbahn.net | Themenbereiche | Beschneiung | 2018-06-11

Supersnow: Interview Mag. Christoph Pfefferkorn

Herr Mag. Pfefferkorn, können sie ihren beruflichen Werdegang beschreiben?

Ich bin nach meinem Wirtschaftsstudium an der WU-Wien im November 2006 zu den Skiliften Lech gekommen, nachdem ich während meiner Ausbildungszeit einige Praktika im Unternehmen absolvieren durfte. Bereits als Kind hat mich die Schneeerzeugung und Verarbeitung mittels Pistenmaschinen sehr interessiert. Ich bin daher schon sehr früh mit TR DI Michael Manhart im Kontakt gekommen, der mich immer wieder mit der Schneimannschaft als kleiner Junge mitgehen hat lassen. Vor allem in meinen ersten Jahren bei den Skiliften Lech hab ich das einmal eins in Sachen Schneeerzeugung von TR DI Michael Manhart sowie von Sepp Moser erlernen dürfen. Die Krönung war 2008 die Ausbildung zum Schneimeister. 

Mittlerweile bin ich Vorstand der Rüfikopf-Seilbahn AG, Geschäftsführer der Bergbahn Lech-Oberlech GmbH & CO KG, Geschäftsführer der Skilifte Schröcken, Geschäftsführer der Rud-Alpe Gastronomie GmbH und Prokurist der Skilifte Lech. Sämtliche Unternehmen werden zentral verwaltet. Dies ist auch meine oberste Maxime, da es für den Gast keinen Unterschied machen darf, von welcher Firma der Lift bzw. die Piste betrieben wird. Das einheitliche Erscheinungsbild und höchste Qualität, die möglichst bei allen Unternehmen gleich ist, stellt die oberste Maxime dar, um den Gästen das perfekte Urlaubserlebnis bieten zu können. Aber auch die Mitarbeiter sollten in allen Betrieben gleich behandelt werden. Ich bin vor allem für sämtliche kaufmännische Angelegenheiten sowie für die Projektentwicklung, aber auch Abwicklung sowie für sämtliche Ankäufe und Verhandlungen zuständig. Das Arbeitspensum eines Seilbahners ist sehr umfänglich und teilt sich in sehr viele verschiedene Bereiche, die weit über eine normale Schreibtischtätigkeit hinausgehen. Für mich ist die Schneeverarbeitung, aber auch die Produktion, ein Hobby, das ich neben meinem sehr intensiven Berufsalltag sehr gerne ausübe. Meine Maxime ist: man muss nicht überall der Beste sein, aber in allen Abteilungen des Unternehmens gewisse Grundkenntnisse und vor allem Verständnis haben. Für Detailfragen steht dann ohnehin die gut aufgestellte Führungsmannschaft zur Verfügung.

Wie sind sie mit der Firma Supersnow in Kontakt gekommen?

Vor fünf Jahren hat die Firma Supersnow das erste Mal angefragt, ob es möglich wäre, zwei Testkanonen für eine Saison kostenlos in unser Skigebiet bringen zu dürfen. Da unser Unternehmen und vor allem TR DI Michael Manhart sehr an der Weiterentwicklung der Technologie für die Schneeerzeugung interessiert ist, haben wir uns sehr darüber gefreut. Zudem wurden zahlreiche Testversuche auf unserem weltweit einzigen unabhängigen Schneekanonenprüfstand gemessen und getestet. Ich habe mich laufend bei unserer Schneimannschaft erkundigt und immer wieder äußerst positive Rückmeldungen erhalten. Da die Firma Supersnow sehr an unserem Know-how und Rückmeldungen Interesse hatte, sind die Kanonen auch in den nächsten Saisonen kostenlos bei uns verblieben. Zusätzlich kamen noch zwei kleinere Maschinen dazu. Über die Jahre ist es gelungen die Maschinen technisch auf einem sehr ausgereiften Stand zu bringen, sodass wir im vergangenen Jahr zwölf Stück gekauft haben.

Wie kam es zur Schneeanlage Schröcken?

Bisher war Schröcken in der glücklichen Lage ohne Schneekanonen auszukommen. Schröcken hat den Vorteil, dass das Skigebiet über 1.600 Höhenmeter beginnt und großteils nach Norden ausgerichtete Hänge hat. Ausgerecht jedoch das Auenfeld ist nach Süden orientiert. Durch die Verbindung mit Lech ist vor allem dieser Pistenabschnitt sehr stark befahren, sodass eine sichere Skiverbindung nur mit einer Schneeanlage gewährleistet werden kann. Bisher konnte der Saisonstart bzw. das Saisonende der Verbindung nicht garantiert werden, wobei die Skigebiete Lech/Zürs und Schröcken/Warth jedoch im Betrieb waren. Durch die Schneeanlage haben nun die Gäste der Arlberg-Orte die Möglichkeit, dass sie bereits mit dem ersten Betriebstag ein weit größeres Gebiet auch ohne Naturschnee befahren können. 

Warum fiel die Entscheidung auf Supersnow?

Wir haben die Schneeanlage Schröcken an alle am Markt befindlichen Schneeerzeuger ausgeschrieben. Ich habe anschließend gemeinsam mit meinen Geschäftsführer Kollegen Klaus Wiethüchter sowie den Schneimeister aus Lech, Helmut Gritsch, die Verhandlungen mit jedem einzelnen Anbieter geführt. Nach der ersten Verhandlungsrunde haben sich drei Schneeanlagenerzeuger in Führung gesetzt. In einer zweiten Verhandlungsrunde hat sich dann Supersnow durch eine von Anfang an sehr transparente und klare Preis- und Produktpolitik sowie Verhandlungsstrategie durchgesetzt. Für uns den größten entscheidenden Ausschlag haben aber die sehr positiven Erfahrungen aus Lech mit den Testkanonen beziehungsweise den zwölf neu angeschafften Kanonen gebracht. Vor allem die tollen Ergebnisse auf unserem Prüfstand, aber auch die enorme Wurfweite sowie einfache Steuerungstechnik, haben schlussendlich den Ausschlag gegeben.

Heutzutage gibt es keine schlechten Schneeerzeuger auf den Markt mehr, da der Wettbewerb enorm ist. Als Kunde ist es natürlich sehr wichtig, dass es nicht nur zwei bis drei Erzeuger gibt, sondern dass auch ein gewisser Wettbewerb unter den Produzenten vorherrscht, nur dann können ein technologischer Fortschritt und Forschung passieren. Mit dem neueröffneten Produktionsstandort in Roppen ist uns die Entscheidung leichter gefallen, da die Ersatzteilversorgung sowie rasche Verfügbarkeit der Techniker unumgänglich sind.

Wir haben vierzehn Stück vollautomatische Schneekanonen des Typs 900A geordert, welche in das Leitsystem von Siemens eingebunden werden. Damit ist es möglich im Bedarfsfall Kanonen zwischen den Skiliften Lech und den Skiliften Schröcken je nach Bedarf auszutauschen beziehungsweise die vollautomatische Schneeanlage in Schröcken von Lech aus zu steuern.





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