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seilbahn.net | Themenbereiche | Wirtschaft | 2013-07-23

11ER-LIFTE feierten 50 JAHRE

Neustift im Stubaital: Bei strahlendem Sonnenschein zeigt sich der Elfer von seiner besten Seite als tausende Stubaier und Feriengäste zum 50 Jahr Jubiläum den Hausberg der Neustifter und die neue begehbare Sonnenuhr besuchten.

Bei blauem Himmel und einer grandiosen Fernsicht konnte AR Vorsitzender KR Erich Hofer am 21.7.2013 die Ehrengäste, Einheimischen und Feriengäste bei der 50 Jahrfeier an der Bergstation der Elferbergbahn begrüßen. Besonderen Dank und  Anerkennung sprachen alle Redner Alt. Bgm. Johann Pfurtscheller und Leo Pfurtscheller aus. Sie waren Mitglieder des Proponentenkomitees und damit zwei der Väter der Elferlifte. Pfarrer Mag. Josef Scheiring machte bei seiner Segnung der Bergbahn, der neuen Sonnenuhr und der Gäste einen Streifzug durch die Weltereignisse im Jahr 1963, wie z.B. die Rede von Martin Luther King „I have a dream“. Bgm. Mag. Peter Schönherr strich die Bedeutung der Elferlifte seit ihrer Gründung für die Neustifter als Hausberg im Sommer und im Winter und den Neustifter Tourismus hervor und Matthias Müller, Marketingvorstand des Tourismusverbandes Stubai Tirol, hofft, dass der Sonnenuhr noch einige weitere touristische Impulse auf diesem imposanten Erlebnisberg folgen. Den Reigen der Redner schloss NR Franz Hörl, oberster Seilbahner Österreichs, mit einer Laudatio auf den Stubaier Tourismus und die Entwicklung der Elferlifte, die sich in vielen Richtungen Rodeln, Wandern, Paragliden so gut etabliert haben, dass sie mit positivem Cash Flow bilanzieren.

Der Neustifter Ideengeber der begehbaren Sonnenuhr, Dr. Norbert Span, zeigte sich besonders stolz darüber, dass er die Chance bekam, dieses Projekt umzusetzen: „Der Elfer ist seit je her ein astronomischer Zeitzeiger für uns Einheimische, das haben wir in diesem Bauwerk umgesetzt. Es freut mich besonders, dass wir die Möglichkeit bekommen haben, unsere Ideen umzusetzen. Zum Glück galt für mich hier das Sprichwort nicht, dass der Prophet im eigenen Land nicht zählt.“
3.600 Menschen nahmen den Freifahrttag zum Anlass auf den Elfer zu fahren, dort zu wandern, die neue begehbare Sonnenuhr zu besichtigen, und werden hoffentlich ihre unvergesslichen Eindrücke vielen weitererzählen.

Wie alles began...

Die Entscheidung zum Bau eines Sesselliftes auf den Elfer fiel bereits am 7. Jänner 1961 anlässlich einer Dorfversammlung. Drei Jahre später, am 3. Jänner 1963, schlug die Geburtsstunde der 11er-Lifte. Es fand sich ein Proponentenkomitee zusammen, das die „Hochstubai-Liftanlagen Ges.m.b.H“ gründete. Leo Pfurtscheller, einer der Initiatoren erinnert sich: „Ich war damals Skischulleiter. Von überall her, besonders aber aus Frankreich und England kamen immer mehr Gruppen zu uns nach Neustift zum Skifahren. Rasch war uns klar geworden, dass der Umlauflift auf der Wiese neben dem Sonnhof viel zu wenig Angebot für die vom Arlberg und Kitzbühel verwöhnten Gäste war.“ Drei, die im Laufe der Zeit die Geschicke Neustifts auch als Bürgermeister lenkten, waren Mitglieder des Komitees: Sigmund Schönherr, Dr. Eberhard Ceipek und Johann Pfurtscheller.
Zunächst galt es Investoren zu finden. Nicht nur die Neustifter selbst glaubten an den Erfolg des ehrgeizigen Projektes und beteiligten sich. Leo Pfurtscheller gelang es auch, treue Skischulgäste für die finanzielle Unterstützung des Vorhabens zu begeistern, unter anderen die Industriellen aus Deutschland Walter Friedmann,  Georg Engelhard und Erich Waltz. Unter großen Anstrengungen wurde der erste Lift gebaut, sodass schließlich am 5. Juni 1965 die Jungfernfahrt des Elfer-Sesselliftes stattfand. Gleich im ersten Winter hatte der Elfer mit Schneearmut bis Februar zu kämpfen, aber der Erfolg gab allen Recht. Die Nächtigungen in Neustift stiegen und es wurde weiter gebaut.
1969 wurde der Schlepplift in Neder errichtet. Dann ein Rückschlag: der Schlepplift Lehner musste aufgrund eines Lawinenerlasses des Bundesministeriums eingestellt werden. Dafür wurde jedoch im Jahre 1976 der Schlepplift Krößbach installiert.

Anfang/Mitte der siebziger Jahre wurde der Elfer zwei Mal zum Zentrum des internationalen Skirennlaufs. „Alle namhaften Nationalmannschaften und alle Größen des Skirennzirkus nahmen an unserem Eispickelrennen teil. Stars wie Gustav Thöni und Stenmark (SWE) kamen ins Stubaital zum Saisonauftakt. Der spätere Olympiasieger Heini Hemmi startete seine Karriere im Stubaital“, erinnert sich der Pionier Leo Pfurtscheller.

1978 konnte nach dem Bau des Agrarweges Herzeben der Rodelbetrieb vom Elfer ins Pinnistal aufgenommen werden.

Ende der Siebziger wurde intensiv gebaut: im Winter 1979/80 fand die Errichtung des Schleppliftes Hölltal großen Anklang. Das Angebot wurde um den Schlepplift III „Pinnis“ erweitert. In kürzester Zeit wurden umfangreiche Skipistenbauten bei der Elferhütte, im unteren Hölltal, an der Mittelstation, die Talabfahrt, Skiwege und Rekultivierungsmaßnahmen wie Begrünung und Entwässerungen etc. auf den 30 Hektar Skifläche durchgeführt, dem Gelände entsprechende Pistengeräte angeschafft. Auch Wanderwege wurden geschaffen. Vor allem die 1978 eröffneten Klettersteige stellen bis heue eine  Bereicherung des Sommerangebotes dar. Um im Tal-Skipassverband mit eingebunden zu sein, wurde 1981 das elektronische Liftkartensystem eingeführt.

1986 gründete Hans-Peter Eller seine Flugschule „Parafly“. Heute ist der Elfer einer der Hotspots für Paraglider und Drachenflieger, und das Tandemfliegen als touristisches Angebot nicht mehr wegzudenken. Bekannte Persönlichkeiten wie den Stardesigner Matteo Thun lockte dieses Angebot auf den Elfer.

Die im Winter 1987/88 in Betrieb genommene Doppelsesselbahn verrichtete bis zum Sommer 2004 ihre Dienste. Im Jahr 2001 wurde in die Beschneiungsanlagen und die Beleuchtung der Rodelbahn investiert. Am 23. Dezember 2004 brach mit der Eröffnung der 8er-Gondelbahn, der letzten Großinvestition am Elfer, eine neue Ära an. Die Fahrzeit verkürzte sich auf nur acht Minuten und die Gondeln, die behindertengerecht sind und den Mittransport von Sportgeräten erleichtern, entsprechen den modernen Anforderungen.

Die 11er-Lifte 2013...

Heute sind die 11er-Lifte ein beliebtes Ski-, Rodel-, Paragleit- und Wandergebiet sowie ein viel frequentiertes Ausflugsziel.

Die Neuheiten begeistern…

Beim Ausstieg aus den Gondelbahnen ist die riesige, hölzerne und zugleich größte begehbare Sonnenuhr im Alpenraum gleich sichtbar. Sie ist Landmark, Aussichtsplattform und Kunstinstallation zugleich. Die Sonnenuhr hat einen Innendurchmesser von 8 Metern und ist als Lärchenholzkonstruktion ausgeführt. Als Schattenstab dient ein Rohr, das um ca. 47 Grad zur Horizontalen geneigt ist. Die Äquatorialsonnenuhr wird von einem zwei Meter breiten Steg umschlossen, welcher zugleich der Erschließung des Hanges und als einzigartige Aussichtsplattform dient.
Die Sonnenuhr wurde bereits im Herbst 2012 fertiggestellt. Im Jubiläumsjahr 2013 wurden zusätzlich drei Viscope-Aussichtsfernrohre auf der Aussichtsplattform installiert.

Die Eröffnung von drei der vier  GEH-ZEITEN-WEGE mit den Namen „Sonnenzeit“, „Blütenzeit“ und „Steinzeit“ erfolgt im Juli. Die GEH-ZEITEN-WEGE als  Themen-Wanderwege mit interaktiven Stationen, werden ein Erlebnis für die ganze Familie darstellen. Sie erstrecken sich nahezu über den gesamten Rücken des Elfers und können kombiniert oder nacheinander erwandert werden. Bei der Gestaltung der Wege und Installationen wird besonders darauf geachtet, natürliche Materialien aus der Region zu verwenden. Die Rundtour „Sonnenzeit“ beschäftigt sich an sieben Stationen mit dem Rhythmus der Woche, der Monate, des Jahres, sowie dem Lauf der Sonne und des Mondes. Die Besonderheiten der Vegetation im Alpenraum erwandert man am zweiten Rundweg „Blütezeit“. Am Weg „Steinzeit“ wird beeindruckend veranschaulicht, dass die Kalkfelsen des Elfers in tropischen Meeren entstanden und sich vom Gneis des Stubaier Alpenhauptkamms unterscheiden.

www.elfer.at

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