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seilbahn.net | Themenbereiche | Wirtschaft | 2018-11-13

Best Ski Resort 2018: Was Wintersportler wollen

Studie befragt 46.000 Skifahrer und Snowboarder in den Alpen

Nach welchen Kriterien wählt man als Skifahrer sein nächstes Urlaubsziel aus? Sind Pistenkilometer, Naturerlebnis, die Hütten am Berg oder doch der Preis des Lifttickets entscheidend? Und welche Skigebiete werden den jeweiligen Ansprüchen letztlich gerecht? Im Rahmen der Studie „Best Ski Resort“ (Mountain Management Consulting in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck/Bozen) wurden in der vergangenen Saison knapp 46.000 Wintersportler zu ihren Präferenzen und ihrer Zufriedenheit befragt – direkt an den Pisten 55 ausgewählter Top-Skigebiete im Alpenraum. Die Ergebnisse wurden am 08. November in Innsbruck präsentiert: Den begehrtesten Platz auf dem Siegertreppchen der Gesamtauswertung nimmt in diesem Jahr der Kronplatz in Südtirol ein – die Gäste adeln die Region mit besonders hohen Zufriedenheitswerten –, knapp gefolgt von Zermatt in der Schweiz (Platz 2). Platz 3 teilen sich Serfaus-Fiss-Ladis im österreichischen Tirol sowie Val Gardena, einem weiteren „Dolomiti-Superski-Gebiet“ in Südtirol (Italien).

Größte „On Mountain“-Befragung in den Alpen

Exakt 45.847 Skifahrer und Snowboarder haben 2017/18 an der größten „On Mountain“-Befragung der Alpen teilgenommen und sich in über 20 Kategorien zu „Relevanz“ und „Zufriedenheit“ geäußert. Der „Best Ski Resort Report“ ist damit in der Branche die umfangreichste, regelmäßig durchgeführte Kundenzufriedenheitsstudie im Alpenraum und liefert Urlaubern wie auch Entscheidungsträgern in den Regionen interessante Erkenntnisse über die Qualitäten der Skigebiete, die Zufriedenheit der Gäste sowie die wichtigsten Kriterien bei der Wahl des Wintersportortes. Laut Studienbegleiter Prof. Dr. Kurt Matzler von der Universität Innsbruck/Bozen hat die Studie mittlerweile auch in der Forschung Resonanz erzeugt und die Datengrundlage für wissenschaftliche Auswertungen und Publikationen zum Thema Kundenzufriedenheit geschaffen. 

Best Ski Resort 2018: Kronplatz (I)

In der kategorieübergreifenden Gesamtauswertung überholt die italienische Wintersportregion Kronplatz dank überragender Zufriedenheitswerte (8,54 Punkte) das schweizerische Zermatt (Platz 2 mit 8,51 Punkten). Insbesondere in der Kategorie Beförderungskomfort lässt der Gesamtsieger seine Konkurrenten weit hinter sich. Doch auch was die Schneesicherheit, die Freundlichkeit und die Gastronomie anbelangt, zeigen sich die Gäste des Südtiroler Skigebiets besonders zufrieden. 

Den dritten Platz teilen sich Serfaus-Fiss-Ladis im österreichischen Tirol und das Südtiroler Val Gardena (jeweils 8,40). Auf den Plätzen fünf bis zehn folgen: 5. Alta Badia (I), 6. Grächen (CH), 7. Arosa Lenzerheide (CH), 8. Aletsch Arena (CH), 9. Livigno (I), 10. Laax (CH) und Sölden (A)

Auswahlkriterium Nummer 1: Die Größe ist entscheidend

Bei der Wahl des Wintersportortes bleibt die Skigebietsgröße und das Pistenangebot das Auswahlkriterium Nummer 1. Der Wunsch nach einem großen Gebiet steigt mit dem Können auf der Piste. Viele Skiregionen reagieren darauf, indem sie sich mit ihren Nachbarregionen zu weitläufigen Verbünden zusammenschließen. Ein Trend, der nicht abzubrechen scheint. Wintersportler in Südtirols Alta Badia, im Herzen der Sella-Ronda, zeigten sich hier besonders zufrieden. Die Region führt das Ranking vor Lech-Zürs am Arlberg – mit neuem Zusammenschluss zu St. Anton am Arlberg. 

Die Erwartungen verschieben sich

Im Vergleich zu den Vorjahresergebnissen der Studie verzeichnet die Kategorie jedoch rückläufige Tendenzen, während die Kategorien Freundlichkeit (im Ländervergleich punkten hier die österreichischen Skigebiete, in der Einzelauswertung liegt Grächen in der Schweiz auf Platz 1) und Sicherheit auf den Pisten (1. Platz Zermatt, CH) deutlich an Relevanz zugelegt haben. Daneben fallen auch die Kategorien Spaß & Unterhaltung (1. Platz Grächen, CH) sowie Naturerlebnis (1. Platz Alta Badia, I) immer stärker ins Gewicht. 

Zweitwichtigstes Kriterium bei der Auswahl des Skigebiets bleibt das Thema Schneesicherheit (1. Platz Saas Fee, CH). Im vergangenen Winter wurde der Wunsch nach weißem Winterzauber in den meisten Skigebieten mehr als zufriedenstellend erfüllt. Die Herausforderung lag also eher darin, die gewaltigen Schneemassen gut zu managen. Einen besonders schönen weißen Teppich scheint die Schweizer Aletsch Arena ihren Gästen auszulegen. Sie danken es mit herausragenden Zufriedenheitswerten. (Platz 1 in der Kategorie Pistenpräparation/Pistenqualität)

Ischgl verbucht wie in den Vorjahren die höchsten Zufriedenheitswerte in der Kategorie Après-Ski. Laax bleibt das Fun- und Snowpark-Mekka der Alpen. Familien mit Skizwergen fühlen sich diesmal in Grächen (Schweiz) am wohlsten. In Sulden am Ortler (I) scheint die erbrachte Leistung zum Preis besonders attraktiv zu sein, was bei zunehmender Preissensibilität nicht unwesentlich den Kaufentscheid beeinflusst.

Fazit: Der Wettbewerb wird härter. Wer bestehen möchte, muss nicht nur investieren und kreativ sein – er muss sich vor allen Dingen klar positionieren

Das zunehmende touristische Angebot im Winter – mit Fern-, Städte- und Schiffsreisen – erhöht weiterhin den Wettbewerbsdruck auf Skiregionen. Steigende Zufriedenheitswerte der Wintersportler bestätigen das hohe Engagement einiger Regionen im Bereich neuer Produkte und Service-Qualität. Interessant dabei ist, dass die Zufriedenheitswerte der Spitzenreiter stärker ansteigen als die der restlichen Skiresorts – und das bei einer progressiven Erwartungshaltung. Denn je bekannter ein Skigebiet ist (und damit auch meist teurer), desto kritischer bewerten die Gäste. Für hohe Zufriedenheitswerte müssen sie sich also noch stärker ins Zeug legen.

Wichtig ist dabei die klar erkennbare Positionierung. Sprich: Wofür steht die Region? Sind die individuellen Stärken des Skigebiets für den Gast klar erkennbar, bewertet er das Gebiet in Summe besser. 

Die aktuell größte Herausforderung für Skigebiete liegt laut Studienleiter Mike Partel weiterhin in der abnehmenden Loyalität (etwa 30 % wechseln stetig das Skigebiet). Selbst zufriedene Gäste wollen – im Gegensatz zu früheren Generationen – viel (Neues) sehen und erleben. Künftig wird es also verstärkt darum gehen, Gäste mit „Wow-Effekten“ zu begeistern, die zu einer Weiterempfehlung führen. 

Beliebte Kategorien im Einzelnen: 

Kategorie Preis-Leistungs-Verhältnis – Platz 1: Sulden 
Es mag zunächst überraschen, aber die Zufriedenheit in der Kategorie Preis-Leistungs-Verhältnis hat sich gesamthaft verbessert, insbesondere unter den befragten Familien. Es scheint, als hätten die Wintersportregionen die Erwartungen ihrer Gäste ernst genommen und mit passenden Angeboten darauf reagiert. Gerade Familien mit Kindern bekommen dadurch mehr für ihr Geld, ob es sich dabei um kostenlose Samstage für Kinder oder Skikurse als Gratiszugabe handelt. Der am Ortler gelegene italienische Skiort Sulden beweist seit Jahren ein gutes Gespür dafür, was Gäste erwarten und was sie bereit sind, dafür auszugeben. In der Top-5 sind diesmal auch zwei Schweizer Regionen zu finden, was man so vielleicht auch nicht unbedingt erwarten würde.

Die Top-5 in der Kategorie Preis-Leistungs-Verhältnis: 1. Sulden (I), 2. Grächen (CH), 3. 3 Zinnen (I), 4. Val Gardena (I) und Aletsch Arena (CH)

Kategorie Beförderungskomfort – Platz 1: Kronplatz (I)
Top-Komfort auf der Fahrt nach oben ist für jeden Wintersportler wichtig, mit zunehmendem Alter steigt die Relevanz jedoch weiter an. So scheint die zahlungskräftige Generation 50+ auf Beförderungskomfort besonders großen Wert zu legen. Ein kontinuierlicher Fortschritt sowie hohe Investitionen in diesem Bereich werden durch hohe Zufriedenheitswerte honoriert; mit Abstand am höchsten fallen sie jedoch beim Gesamtsieger Kronplatz aus. 

Die Top-5 in der Kategorie Beförderungskomfort: 1. Kronplatz (I), 2. Serfaus-Fiss-Ladis (A), 3. Zermatt (CH), 4. Saalbach-Hinterglemm-Leogang-Fieberbrunn (A), 5. Adelboden-Lenk (CH)

Kategorie Kinder-/Familienangebot am Berg – Platz 1: Grächen
40% der Gäste sind beim Skifahren mit Familie/Kindern unterwegs – Action für Kinder und Erholung für Eltern steht hier auf dem Programm. Mit einem Top-Familienangebot überzeugen das Skigebiet Grächen im Schweizer Wallis und zum wiederholten Male (seit 2010) Serfaus-Fiss-Ladis in Österreich. 

Die Top-5 in der Kategorie Kinder-/Familienangebot am Berg: 1. Grächen (CH), 2. Serfaus-Fiss-Ladis (A), 3. Arosa Lenzerheide (CH), 4. Kronplatz (I), 5. Stubaier Gletscher (A)

Kategorie Freundlichkeit/Herzlichkeit – Platz 1: Grächen
Auf Freundlichkeit am Winterferienziel wird immer mehr Wert gelegt; die Kategorie belegt mittlerweile Platz 6 unter den Entscheidungskriterien, in den Schweizer Skigebieten sogar Platz 4. Dazu passend gewinnt mit Grächen ein Schweizer Skigebiet in dieser Kategorie. 

Die Top-5 in der Kategorie Freundlichkeit/Herzlichkeit: 1. Grächen (CH), 2. Sulden (I) und Serfaus-Fiss-Ladis, 4. Kronplatz (I), 5. Schladming (A) 

Kategorie Après-Ski – Platz 1: Ischgl
Dass das Partyangebot beim Skifahren zunehmend wichtiger wird, bestätigt die Trendanalyse: Bei 20-34-jährigen Gästen rangiert die Kategorie Après-Ski mittlerweile auf Platz 4 der Entscheidungskriterien! Gleich vier Österreicher finden sich hier unter den Top-5. An der Spitze liegt – wieder einmal – Ischgl in Tirol (mit dem schweizerischen Samnaun verbunden). 

Die Top-5 in der Kategorie Après-Ski: 1. Ischgl (A), 2. Grächen (CH), 3. St. Anton am Arlberg (A), 4. Sölden (A), 5. Obertauern (A)

Kategorie Fun- & Snowboardparks – Platz 1: Laax
Eine enorm wichtige Rolle spielen die Parks bei den jungen Skifahrern und Snowboardern. Und diese Zielgruppe kennt ihre Hotspots ganz genau: Laax ist dabei einmal mehr eine Klasse für sich, unter anderem mit der größten Halfpipe der Welt, einer Pro-Kicker-Line in olympischer Größe und über 90 Obstacles, verteilt auf vier Snowparks. 

Die Top-5 in der Kategorie Fun- & Snowpark: 1. Laax (CH), 2.Kronplatz (I), 3. Livigno (I), 4. Mayrhofen (A), 5 Arosa Lenzerheide (CH)

NEU ab 9.11.2018: Welches Skigebiet passt am besten zu mir? Antwort finden Wintersportler in wenigen Klicks mit dem praktischen „Ski Resort Finder“: 


Wissenswertes zur Studie:

Wie eingangs beschrieben, bewerten die Gäste das jeweilige Skigebiet vor Ort und nicht im Vergleich zu anderen Wintersportregionen. Persönliche Erwartungen, Erfahrungen sowie das Empfinden des Preis-Leistungs-Verhältnisses haben daher einen nicht zu vernachlässigenden Einfluss auf die Zufriedenheitswerte. Dies kann dazu führen, dass bekanntere Orte – meistens im gehobenen Preisbereich angesiedelt – aufgrund von erhöhten Erwartungshaltungen kritischer bewertet werden oder dass ein Gebiet in einzelnen Kategorien besser bewertet wird, weil das „Gesamtpaket“ stimmt. An den Ergebnissen klar ersichtlich wird, dass die Wintersportler in den Top-Skigebieten der Alpen immer zufriedener mit dem Angebot werden, sprich dass die dort gebotene Qualität stetig zunimmt. Im diesjährigen „Best Ski Resort Report“ wurde erstmals die „magische“ 8,00 als Durchschnittswert erreicht.

Vier Mal wurden die Befragungen im jeweiligen Wintersportort durchgeführt: Je zwei Mal in der Haupt- und Nebensaison. 

Auswahlkriterien für die Teilnahme an der Studie sind: Bekanntheitsgrad, Größe des Skigebietes, Anzahl der Nächtigungen und regionale Bedeutung im jeweiligen Land. Bis 2020 können weitere Skigebiete aufgenommen werden, die eine bestimmte Mindestgröße aufweisen (Pistenkilometer, Bahnen-Angebot, Nächtigungen) bzw. mindestens den Durchschnittswert im Bereich Kundenzufriedenheit (aktuell 8,01) erreichen. Die Gesamtzahl von 55 Skiresorts bleibt bestehen. Pro Befragungszeitraum werden maximal 3 Skigebiete neu aufgenommen. Jene 3 Skiregionen, die am Ende des Rankings liegen, werden aus der Wertung genommen Sie können sich jedoch für die nächste Studie wieder bewerben.



Bildergallerie / Bautagebuch:


TMC Enluf: Digital Day 2018



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