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seilbahn.net | Themenbereiche | Wirtschaft | 2019-02-08

Smartpricer: Erkenntisse in Engadin St Moritz

3 Erkenntnisse nach 4 Monaten flexible Preise in Engadin St Moritz

Engadin St Moritz hat für die Wintersaison 2018/19 ein neues flexibles Preismodell eingeführt. Bei dem neuen Modell variiert der Preis für Tages- und Mehrtageskarten je nach Nachfrage. Darüber hinaus wirkt sich der Zeitpunkt der Buchung auch auf den Preis aus. Frühbucher, die ihre Tickets bis zu 15 Tage im Voraus erwerben, erhalten bis zu 30% Ermäßigung auf ihre Skipässe.

Nach 4 Monaten, haben die Bergbahnen das erste Resumé gezogen. Das Ergebnis: Skifahrer akzeptieren die neuen flexiblen Preise. Dank attraktiver Frühbucherpreise und transparenter Kommunikation.

Ein kürzlich veröffentlichter Artikel in der HTR beschreibt die Kundenzufriedenheit und den Erfolg des innovativen Preismodells.

Skifahrer in St. Moritz sind mit der Neuerung meist zufrieden

Laut dem Artikel haben Skifahrer im Nobelskigebiet Engadin St Moritz das neue Preissystem positiv angenommen. Insbesondere Käufer von Mehrtageskarten profitieren am meisten. Mehr als die Hälfte aller mehrtägigen Besucher haben ihre Tickets online und im Voraus gekauft. Daher profitierten sie vom Frühbucherrabatt. Infolgedessen konnten die Bergbahnen die Buchungsdauer von 4,8 auf 5,9 Tage erhöhen.
Aufgrund der Online-Werbung stieg der Online-Anteil auf beeindruckende 38%. Dies zeigt, dass Skifahrer die Vorteile des Onlinekaufs verstanden und genutzt haben. Im Gegenzug wurden die Warteschlangen an den Registrierkassen im Resort entlastet und das Skifahren entspannter.

Aufgrund des Erfolges von flexiblen Preisen wird der „Snow Deal“ im nächsten Jahr fortgesetzt. Der Verkauf der Tickets beginnt dieses Jahr im Frühling oder Sommer, laut der Direktoren der Engadin St. Moritz Mountains AG.

Sorgfältig umgesetztes Dynamic Pricing wird weiterentwickelt

Insbesondere die transparente Kommunikation der Preisregeln war entscheidend für den Erfolg. Die Kunden haben von Anfang an verstanden, wie sie ihre Chance nutzen können. St. Moritz präsentierte das neue Modell in verschiedenen Videos, die auf ihrer Website gezeigt werden. Darüber hinaus zeigt ein farbiger Preiskalender die Tage mit den besten Möglichkeiten, Geld zu sparen.

Wir empfehlen, dynamische Preise mit kleinen Rabatten und Zuschlägen zu eröffnen, um Kunden an das System zu gewöhnen. Die Rabatte und Zuschläge können in der 2. oder 3. Saison nach dem Start weiter angepasst werden.

Der Erfolg in St. Moritz zeigt, dass Dynamic Pricing in Skigebieten funktioniert und bleiben wird. Nach der Messung der Leistung können die Parameter leicht angepasst werden, um die Preisempfehlungen auf bestimmte Ziele abzustimmen, beispielsweise Anreize für Online-Kauf, Mehrtageskarten oder Besucher in der Nebensaison.

Drei wichtige Erkenntnisse für Skigebiete mit Blick auf flexible Preise:

Immer mehr Skigebiete entscheiden sich für flexible Preise. Nach 4 Monaten erfolgreicher Implementierung in Engadin St. Moritz haben wir drei Empfehlungen zusammengestellt, die dieses neue Preismodell Erfolgreich machen.

Erstens ist es wichtig, die eigenen historischen Buchungsdaten richtig zu verstehen. Bevor Sie mit einer Preisänderung beginnen, ist eine detaillierte Datenanalyse erforderlich.

Zweitens empfehlen wir, 2-3 Preisveränderungen zu simulieren, um die Dynamik der Preise zu verstehen. Dadurch können Sie die Auswirkungen des neuen Modells auf die Einnahmen besser verstehen.

Drittens, bereiten Sie vor der Inbetriebnahme eine Kommunikationsstrategie vor, so dass alle Beteiligten wie Kunden, Hotels, Skigeschäfte, Partner und die Presse verstehen, warum das neue Preismodell eingeführt wird und wie sie davon profitieren können.


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