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seilbahn.net | Themenbereiche | Wirtschaft | 2019-06-05

T.A.I. Bergbahn-Analyse: Bergbahn-Riesen mit guten Ergebnissen

Umsatz- und auch investitionsstark!

An der Spitze steht weiterhin die Silvrettaseilbahn AG, neue Nummer 2 ist die Bergbahn AG Kitzbühel – Bergbahnen Wagrain komplettieren künftig das Spitzen-Trio

Zum dritten Mal in Folge hat T.A.I. Österreichs 40 größte Bergbahn¬unternehmen untersucht. Die Eckdaten sind beeindruckend: Die „Top 40“ erwirtschaften mit rund 1,08 Mrd. Euro 64,7 Prozent des Umsatzes aller 253 österreichischen Seilbahnunternehmen, sorgen für rund die Hälfte aller Investitionen (rund 290 Mio. Euro ausschließlich in Sachanlagen) und sind mit einem EBT (Ergebnis vor Steuern) in Höhe von durchschnittlich 12 Prozent überaus erfolgreich.

Als Datenquellen dienten alle im Firmenbuch bis Mitte April 2019 verfügbaren Jahresabschlüsse und Lageberichte. Knapp zwei Drittel dieser Jahresabschlüsse bezogen sich auf das Geschäftsjahr 2016/2017, ein starkes Drittel auf 2017/2018. Die aktuellsten Zahlen mit Bilanzstichtag 30.09.2018 stammen von der Gletscherbahnen Kaprun und Wintersport Tirol AG/Stubaier Bergbahnen.

An der Spitze gab es im Umsatz-Ranking gegenüber dem Vorjahr keine großen Veränderungen (Bergbahn AG Kitzbühel überholte die Zillertaler Gletscherbahn und ist neue Nummer 2; die Skiliftgesellschaft Sölden Hochsölden schaffte es mit einem Umsatzplus von 6,2 Prozent unter die Top 10). Ab dem zweiten Drittel sind die Veränderungen stärker.

Für das nächstjährige Ranking steht bereits eine große Änderung fest: Die Bergbahnen Wagrain wurden rückwirkend zum Stichtag 30. Juni 2018 mit den Bergbahnen Flachau fusioniert (erstmals wirksam im Geschäftsjahr 2018/2019). Zusammen kommen sie auf 52,8 Mio. Euro Umsatz, was den Sprung unter die Top 3 mit sich bringt. Im aktuellen Ranking sind die 40 umsatzstärksten Bergbahnen Österreichs mit ihren wichtigsten Eckdaten aufgelistet, ergänzt um eine Analyse interessanter Kennzahlen.



Quelle: T.A.I. Tourist Austria


Wildkogel: Mit dem „Ganzer X-press“ zum stärksten Umsatz-Plus
An der Spitze der Umsatz-Performer stehen die Oberpinzgauer Bergbahnen (Wildkogel-Arena). Verantwortlich dafür ist die zu Beginn der Saison 2017/18 in Betrieb genommene neue 10er-Kabinenbahn „Ganzer X-press“ (ca. 13 Mio. Euro) in Verbindung mit ca. 2,5 km neuen Pisten. Bei den Bergbahnen Flachau sorgte der neue Verbund „Snow Space Salzburg“ für Impulse, beim Umsatzsprung ist aber mit zu berücksichtigen, dass der Vergleich mit dem Rumpfgeschäftsjahr 2016/17 (Dezember bis Juni) erfolgte – dies als vorbereitende Maßnahme zur Fusion mit den Bergbahnen Wagrain. Auch bei denen wirkte sich der neue Verbund „Snow Space Salzburg“ positiv aus, wie allgemein der erfreuliche Winter 2017/2018 (herrliche Skibedingungen, früher Ostertermin): Bei sieben der 10 Top-Umsatz-Performer beziehen sich die Daten auf diese Saison.

Zwei Mega-Projekte und ihre Spuren im Investitions-Ranking
Mit über 38 Millionen Euro stemmten die Gletscherbahnen Kaprun den größten Investitionsbrocken der Top 40 Bergbahnunternehmen in den analysierten Geschäftsjahren („Generationenprojekt“ K-onnection, mit der im Dezember 2018 eröffneten 10er-EUB MK Maiskogelbahn sowie der in Bau befindlichen Dreiseilumlaufbahn 3K-Kaprun-Kitzsteinhorn-K-onnection, die im November 2019 folgt). Insgesamt fließen 81,5 Mio. Euro in dieses Vorhaben. Übertroffen wird dies aktuell nur noch von den Gasteiner Berg¬bahnen, deren „Projekt Schloss-alm“ von 2016 bis 2020 mit 84,8 Mio. Euro zu Buche schlägt (siehe auch Beitrag auf Seite 22). Davon entfielen knapp 22 Mio. Euro auf das Geschäftsjahr 2016/2017 (im aktuellen Investitions-Ranking auf Platz 4). Die größten Baumaßnahmen fanden in den Sommermonaten 2017 und 2018 statt.

Restaurants und sonstige Aktivitäten als Umsatz-Hebel
Umsatz ist nicht gleich Umsatz bei Österreichs Bergbahnen, da auch die Restauration eine nicht unbedeutende Rolle spielt sowie die sonstigen Umsätze – von Hotelbetrieben bis zu Busshuttles und Pachteinnahmen. Bei 14 der Top 40 analysierten Jahresabschlüsse gab es detaillierte Angaben über die Umsatzverteilung. Beim größten Seilbahnunternehmen, den Silvrettabergbahnen, stammen z. B. nur rund 75 Prozent des Umsatzes aus dem Kernbereich, Tendenz rückläufig. Am stärksten konzentrieren sich die Bergbahnen Wagrain auf ihr Kerngeschäft, vor den Gasteiner Bergbahnen und den Hochkönig Bergbahnen. Vom Spitzen-Quartett sind die Bergbahnen Kitzbühel die einzigen, die ihr Kerngeschäft weiter ausbauen konnten (plus 0,3 Prozentpunkte).

Tirols Bergbahnen sind in Österreich die EBT-Kaiser
Österreichs Top 40 Bergbahnunternehmen sind betriebswirtschaftlich überaus erfolgreich. Das EBT (Ergebnis vor Steuern) erreicht laut T.A.I. Analyse gemessen am Umsatz im Durchschnitt 12,0 Prozent. Der aussagekräftigere Median (= Zentralwert) liegt bei 9,8 Prozent. Die erfolgreichsten 10 warten mit weit besseren EBTs auf. An der Spitze steht die von Jakob Falkner gemanagte Skiliftgesellschaft Sölden-Hochsölden (die Ötztaler Gletscherbahnen, wo sie Kommandit-Anteile hält, ebenfalls mit Jakob Falkner als Geschäftsführer, rundet das Feld der besten 10 ab). Fünf der am besten performenden Bergbahnen (sowie die erfolgreichsten vier) sind in Tirol beheimatet, zwei in Salzburg (die mittlerweile fusionierten Bergbahnen Flachau und Wagrain), je eine in Vorarlberg, in Kärnten und in OÖ.
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