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seilbahn.net | Themenbereiche | Tourismus | 2008-12-22

Oberlech hat Grund zu feiern: 60 Jahre Bergbahn Lech-Oberlech und 10 Jahre Oberlecher Tunnelsystem

Bergbahn Lech-Oberlech - eine wahrlich tüchtige Bahn!

Diese Bahn, die heute täglich 18 Stunden wach ist, ist in mehrerlei Hinsicht einzigartig und außergewöhnlich! Nicht nur die früheren Versuche und der Baubeginn zwei Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, sondern auch die Funktion als Verbindungsbahn der Parzelle Oberlech mit Lech – damals war eine Erschließung per Straße zu teuer – verleihen ihr einen speziellen Charakter. Zudem erfolgte bis 1995 die Versorgung sämtlicher Oberlecher Betriebe und Häuser mit ihren rund 900 Gästebetten im Winter ausschließlich per Seilbahn. Dabei handelte es sich um den Transport von unvorstellbaren Mengen Lebensmitteln, Betriebsmaterialien und Gästegepäck. Seit 1978 wurden dadurch Transporte mit einem Gesamtgewicht von sage und schreibe 60.000 t durchgeführt. Heute noch werden pro Jahr mehr als 7.000 Container sowie 2.000 t Gepäck befördert. Auch hinsichtlich der rekordverdächtigen 23.000 Fahrspiele pro Jahr, die einzigartig in Vorarlberg - wenn nicht sogar in Österreich - sind, handelt es sich hier um eine außergewöhnliche Seilbahn. Im vergangenen Jahr konnten über 552.000 Passagiere bei einer Kapazität von 480 Personen pro Stunde befördert werden.

Zur Geschichte

Bereits 1947 fanden in Lech mit dem Bau der Bergbahn Lech-Oberlech die ersten Versuche nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der Kleinkabinenbahnen, die lediglich vier Personen transportieren konnten, statt. Gleichzeitig wurden erstmals durch den Seilbahnkonstrukteur Karl Peter Erprobungen im Bereich der Vollautomatisierung vorgenommen. Aufgrund des immer größer werdenden Andranges erfolgte 1959 der erste Umbau, bei dem auf Kabinen mit einem Fassungsvermögen von 25 Passagieren umgestellt wurde. 1978 kamen 30-Personen-Kabinen zum Einsatz. Bis zu diesem Umbau mussten Gäste ihr Gepäck wiegen lassen, auf das ein Beförderungsentgelt per kg verrechnet wurde. Zudem wurde pro Warenartikel eine Transportgebühr verlangt. Der größte Umbau fand 1995 mit der Erneuerung der gesamten Elektrik, diversen Komfortverbesserungen, dem Ersatz des Mittelbahneinstiegs durch einen Schiebebahneinstieg, zwei für den Nachtbetrieb geeigneten Kabinen sowie mit dem Anschluss an das Oberlecher Tunnelsystem, das ein weiterer Meilenstein für die Entwicklung der Parzelle Oberlech war, statt. Beim bisher letzten Umbau 2007 wurde der Vorplatz der Talstation mit einer Glas-Stahlkonstruktion überdacht sowie die Ausgangsbereiche einer Neugestaltung unterzogen.

Das Oberlecher Tunnelsystem: ein Meilenstein für den sanften Tourismus

Bereits 1996 eröffnet, sorgte das Tunnelsystem von Oberlech als höchst innovatives Konzept für sanften Tourismus international für Schlagzeilen. Das drei Kilometer lange Tunnelsystem verbindet hier die Hotels unterirdisch. Das bedeutet kein Lärm, keine Abgase und, weil die gesamte Be- und Entlieferung über das Tunnelsystem abgewickelt wird, mehr Sicherheit für Kinder und Spaziergänger. Gepäck, Lebensmittel, Getränke, Post und Müll wurden bis 1995 von 26 Skidoos, Raupenfahrzeugen und Pistenmaschinen transportiert. Das Gebiet ist von Dezember bis April für den Autoverkehr gesperrt und über die Seilbahn mit dem Ortszentrum verbunden. Es läuft also nicht alles unterirdisch: Der angehende Urlauber stellt sein Auto auf einem der 800 Tiefgaragenparkplätze ab und reist mit der Kabinenseilbahn in das auf 1650 Höhenmeter gelegene Oberlech. Die Umwelt zu schonen, bedeutet also nicht zwangsläufig den Verzicht auf jeglichen Komfort. Die Idee zu dem Sieben-Millionen-Euro Projekt hatte der Hotelier Fridolin Lucian bereits in den 1980er Jahren. Sohn Gerhard stand ihm bei der Überzeugungsarbeit zur Seite. Ein Großteil der Kosten wurde von den Oberlecher Betrieben nach einem Bettenschlüssel selbst aufgebracht, innerhalb kürzester Zeit waren die Bauetappen abgeschlossen. Frei von Verkehr, gewann der idyllisch gelegene Ortsteil noch mehr an Erholungswert und Attraktivität. Durch einen 300 Meter langen Tunnel von der Bergstation der Bergbahn Lech-Oberlech zum Hotel Sonneburg sowie eines davon abzweigenden 100 Meter langen Stranges Richtung Osten, mit dem Anschluss des Landhaus Sonnenburg sowie Chalet Montana, wurde das unterirdische Versorgungs- und Zufahrtssystem über den Sommer 2007 komplettiert. „Damit wurde die Erweiterung abgeschlossen und das Optimum erreicht“, zeigt sich Initiator Fridolin Lucian erfreut. Mit der erneuten Investition in die zukunftsweisende Infrastruktur gewann der bezaubernde Charakter von Oberlech weiter an Profil.

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