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seilbahn.net | Themenbereiche | Wirtschaft | 2022-09-30

Zermatt Bergbahnen: Erfolgreiches Geschäftsjahr mit Rekordzahlen

Die Kennzahlen sprechen eine klare Sprache. Der Betriebsertrag von CHF 82.5 Millionen, das EBITDA von CHF 45.6 Millionen und der Cashflow von CHF 42.5 Millionen sind absolute Rekordwerte. Mit 55.3% vom Betriebsertrag (EBITDA) und 51.5% vom Betriebsertrag (Cashflow) erreichten diese wichtigen Kennzahlen im Geschäftsjahr 2021/2022 wiederum gewohnte Spitzenwerte und lagen klar über den Benchmarks der Bergbahnbranche. Trotz dieser sehr guten Zahlen hat der Verwaltungsrat den Aktionärinnen und Aktionären keine Dividendenausschüttung beantragt. Die wichtigen Bilanz-Kennzahlen sind auch nach diesem sehr guten Geschäftsjahr noch nicht da, wo diese vor der COVID-19-Pandemie waren, und sollen prioritär behoben werden.

Zum zweiten Mal wurden die Aktionärinnen und Aktionäre zur ordentlichen Generalversammlung der Zermatt Bergbahnen AG in das Matterhorn Testcenter auf Trockener Steg eingeladen. Der Verwaltungsrat um Präsident Franz Julen und die Geschäftsleitung um CEO Markus Hasler durften über ein äusserst erfolgreiches Geschäftsjahr sowie Spitzenwerte berichten. Die Gästezahlen im Sommer 2021 entwickelten sich ähnlich zu jenen im Vorjahr, wobei im Vergleich zum Sommer 2019, dem letzten «normalen» Sommer vor der COVID-19-Pandemie, bis zu 18% weniger Gäste auf den Anlagen unterwegs waren. Dadurch wurden auch tiefere Umsätze verzeichnet als 2019. Der Vorjahressommer wurde jedoch leicht übertroffen. Ein Blick auf die Gästestruktur zeigt, dass die internationalen Gäste noch nicht komplett zurück waren und die dadurch entstandenen Einbussen konnten auch von mehr inländischen Gästen nicht weggemacht werden. Als weiterhin anhaltend konnte der Trend bei der Nachfrage nach Einfachfahrkarten zu den Ausgangspunkten für Wanderungen bezeichnet werden. Diese war nämlich wiederum deutlich höher als die Nachfrage nach Ausflugtickets und Retourfahrten auf die jeweiligen Peaks. Der Bereich Sommerski war das einzige Geschäftsfeld, welches im vergangenen Geschäftsjahr im Vergleich zum Vorjahr nochmals wuchs. Durch die Reiseeinschränkungen im vergangenen Sommer war die Nachfrage nach Trainingsmöglichkeiten auf dem Gletscher enorm hoch und es musste eine Warteliste der Pistenreservation geführt werden. Der Umsatz in diesem Geschäftsfeld wurde gegenüber dem Vorjahr um 7.5 % gesteigert.

Im Herbst war die allgemeine Entwicklung rund um die COVID-19-Pandemie eher ungünstig. Im Gegensatz zu den anderen Alpenländern waren die Einschränkungen in der Schweiz aber nur minim. Lediglich die Maskenpflicht in geschlossenen Fahrbetriebsmitteln sowie die 3G-Regelung in der Gastronomie blieben bestehen. Die verschärften Regeln in Italien hatten zur Folge, dass in Cervinia/Valtournenche internationale Wintersportler fast vollständig fehlten. Dank der flächendeckenden technischen Beschneiung konnten während dem ganzen Winter hervorragende Pistenbedingungen geboten werden. Da die natürlichen Schneefälle weitgehend ausblieben, war dies eine Art «Lebensversicherung» für die gesamte Destination. Im Gegensatz zum Sommer kehrten auch die internationalen Gäste wieder nach Zermatt zurück, vor allem der Markt Nordamerika legte durch die Zusammenarbeit mit IKON-Pass stark zu. Der Winterertrag erhöhte sich gegenüber dem Geschäftsjahr 2018/2019 um 18.4 %. Die Basis für dieses überragende Winterresultat wurde durch die dauerhaft schöne Witterung während eines Ausnahmewinters gelegt.

Im Geschäftsjahr 2021/2022 wurden Investitionen in der Höhe von rund CHF 45 Millionen getätigt. Der grösste Teil davon entfiel auf den Bau der 3S Bahn «Matterhorn Glacier Ride II», welche im nächsten Jahr eröffnet wird und somit das Projekt Matterhorn Alpine Crossing als höchste Alpenüberquerung per Seilbahn komplettiert. Weiter wurde in den Unterhalt von Pisten und Infrastruktur investiert. Dabei legten die Zermatt Bergbahnen erneut Wert auf aktive Umweltbaubegleitung, wodurch Eingriffe an der Natur auf ein Minimum reduziert und Renaturierungen vorgenommen werden konnten. Der Dialog mit den verantwortlichen Dienststellen sowie den Umweltverbänden wurde daher bereits während den jeweiligen Planungsphasen gesucht. 

An der Generalversammlung wurde beschlossen, den Bilanzgewinn auf die Rechnung vorzutragen und die Dividende für das Geschäftsjahr 2021/2022 erneut auszusetzen. Die bisherigen Verwaltungsräte Franz Julen, Jean-Michel Cina, Hermann Biner, Romy Biner-Hauser, Sämi Perren und Patrick Z’Brun wurden wiedergewählt, ebenso Franz Julen als Verwaltungsratspräsident. Neu im Verwaltungsrat figuriert Prof. Dr. Christian Laesser, er ist unter anderem Professor für Tourismus- und Dienstleistungsmanagement an der Universität St. Gallen und ein international anerkannter Tourismus- und Fernmärkte- Experte. 

Markus Hasler, CEO der Zermatt Bergbahnen, zieht eine durchaus positive Bilanz des Geschäftsjahres 2021/2022, relativiert jedoch die Situation: «Ein schwieriges, aber erfolgreiches Geschäftsjahr liegt hinter uns. Die erzielten Rekordwerte machen uns stolz und zeigen, dass wir die richtigen strategischen Entscheidungen getroffen haben. Der zurückliegende Ausnahmewinter mit dauerhaft schönem Wetter und der «Nachholbedarf» an Reisen von den Gästen aus den internationalen Märkten haben dazu beigetragen. Das Geschäftsjahr 2022/2023 wird, unter der Annahme eines normalen Geschäftsverlaufes und mit Blick auf die laufende Investitionstätigkeit, eine weitere Verbesserung der Bilanz¬struktur mit sich bringen, welche auch notwendig ist. »

«Die Strategie der Zermatt Bergbahnen basiert auf Topqualität, dem besten Service, Investitionsfreudigkeit, agilem, innovativem Verhalten sowie einem Produktpreis, der dieser Premiumstrategie Rechnung trägt», erklärt Franz Julen, Verwaltungsratspräsident der Zermatt Bergbahnen. «Bei all diesen positiven Nach¬richten darf nicht vergessen werden, dass die COVID-19-Pandemie in der Bilanz erhebli¬che Spuren hinterlassen hat. Die wichtigen Bilanz-Kennzah¬len sind auch nach dem sehr guten Geschäftsjahr 2021/2022 noch nicht da, wo diese vor der COVID-19-Pandemie waren. Diese Situation führte zum erneuten Dividendenverzicht. », so Julen abschliessend.

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