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seilbahn.net | Themenbereiche | Wirtschaft | 2022-12-02

Schweizer Seilbahnen starten mit Zuversicht in die Wintersaison

Nach der Covid-Pandemie steht für die Bergbahnbranche bereits die nächste Herausforderung vor der Tür. Steigende Stromkosten sowie die drohende Strommangellage gefährden einen sorglosen Start in den Winter. Doch die Branche ist «krisenresistent» und hat vorgesorgt. Die Gäste freuen sich auf die Winterferien, die Schweiz ist und bleibt eine sehr beliebte Tourismusdestination. 
 
Obschon zumindest der zweite Corona-Winter von den Umsatz- und Besucherzahlen her sehr positiv verlaufen ist, sehnt sich auch die Bergbahnbranche wieder nach etwas mehr Normalität. Doch der Diskurs rund um eine drohende Strommangellage setzte die Branche unter Druck, schärfte jedoch das Bewusstsein, dass eine faktenbasierte Diskussion rund um das Thema Energie zwingend nötig ist. Anlässlich einer gemeinsamen Medienkonferenz mit Schweiz Tourismus bestätigte Berno Stoffel, Direktor Seilbahnen Schweiz, dass die Bergbahnen sehr gut vorbereitet in den kommenden Winter starten. 
 
Nachhaltiger Wintertourismus 

Der letzte Winter hat nochmals klar gezeigt, dass der Wintersport sehr beliebt ist. Die Menschen wollen in die Berge, sie suchen die Bewegung und die frische Luft. Mit mehr als  
25 Mio. Skier Days verzeichnete die Wintersaison 21/22; im 5-Jahresvergleich ein Plus von fast 16 Prozent. Das schlug sich auch im Umsatz nieder: dieser bewegte sich mit 828 Mio. CHF auf dem Niveau von vor 12 Jahren. Diese erfreulichen Resultate waren möglich dank der Kombination aus Volumeneffekten und Preisoptimierungen, der Treue der Schweizer Gäste und auch dank der Rückkehr von ausländischen Gästen. Die Schweiz konnte im europäischen Vergleich sogar 6% Marktanteile gewinnen. 
 
«Was oft vergessen geht, ist, dass die Seilbahnen Wertschöpfung in den Destinationen generieren und zahlreiche Arbeitsplätze sichern», so Berno Stoffel über die wirtschaftliche Bedeutung der Seilbahnunternehmen. «Die Bergbahnen sind der Wirtschaftsmotor in den Bergregionen, denn jede vierte Person im Berggebiet arbeitet direkt oder indirekt für den Tourismus. Ohne Bergbahnen gibt es keinen Tourismus, ohne Tourismus kein Leben in den Bergregionen. Insofern trägt der Wintertourismus zur wirtschaftlichen Nachhaltigkeit bei.»  

Wintersport ist «in» 

Noch immer gehört Skifahren, insbesondere für die Jugendlichen, zur beliebtesten Sportart, wie eine gemeinsame Studie vom BASPO und dem Schweizer Sportobservatorium zeigt. 59% der 10-14-jährigen fahren Ski oder Snowboard, bei den 15-19-jährigen sind es deren 43%. Eine kürzlich in Auftrag gegebene Marktanalyse belegt, dass der Wintersport von über 90% der Befragten als gesund eingestuft wird und er den Skifahrern und Snowboardern wert ist, was er kostet. Erfreulich ist zudem, dass Schweiz Tourismus in den Bergdestinationen in der kommenden Wintersaison bei allen Gästen 1.5% mehr Übernachtungen als im Winter 2021/2022 erwartet. 

Erneuerbare Energien mit grossem Potential 

In der Schweiz wurden von den Seilbahnen im letzten Jahr 210 GWh Strom verbraucht, das sind auf die gesamte Schweiz gesehen nur 0.34 % des Stromverbrauchs. Darin enthalten sind 0.1% für die technische Beschneiung. Berno Stoffel weist darauf hin, dass die Energiekosten bei den Seilbahnen schon länger ein Thema sind: «Die Strompreise machen einen erheblichen Teil des Budgets der Seilbahnen aus. Es gibt etliche Unternehmen, die selbst Strom produzieren und dabei auf erneuerbare Energien setzen.» Die Branche will das Potential der Strommangellage nutzen, um den Verbrauch zu optimieren und die Produktion von Energie zu stärken.  

Sparmassnahmen 

Die Branche ist bereit, ihren Beitrag zu leisten und hat dazu ein Simulationstool mit über 90 Massnahmen entwickelt. Es zeigt sich, dass die Bergbahnen in den vergangenen Jahren bereits viel geleistet haben zur Energieoptimierung. Dementsprechend ist das Potential der freiwilligen Sparmassnahmen limitiert. Sparmassnahmen mit grösserer energetischer Wirkung haben rasch spürbare Einschränkungen des Angebots zur Folge. «So gehören zu effektivsten Massnahmen unter anderem die Reduktion Fahrgeschwindigkeit sowie die Reduktion der Betriebszeiten, die Begrenzung der Raumtemperaturen», erklärt der Direktor Seilbahnen Schweiz. Soweit möglich, werden die Bergbahnen diese und andere Massnahmen auch umsetzen. Von der Politik erwartet der Verband transparente Kommunikation, Einbezug und nachvollziehbare Kriterien, unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Konsequenzen. 

Ausblick Wintersaison 2022/2023 

Eine Krise ist immer auch eine Chance. Der Tourismus, der Wintersport, die Bergbahnen und der Verband stellen sich den Herausforderungen, schauen optimistisch in die Zukunft und sind vorbereitet. Gemeinsam mit den Mitgliedern findet der Verband Seilbahnen Schweiz Lösungen, um den Gästen die Ferienträume in den Bergen zu ermöglichen und deren Sehnsucht zu stillen.




Einige Seilbahnunternehmen produzieren selbst Strom mit Photovoltaik, Windturbinen oder Solarthermie und optimieren bereits seit Jahren ihren Energieverbrauch. © LAAX / Ruggli


Der Anteil des Stromverbrauchs für die technische Beschneiung beträgt nur 0.1% des gesamten Stromverbrauchs der Schweiz.

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