seilbahn.net | Themenbereiche | Urban | 2020-04-24

Urbane Seilbahn für Bonn?

Die Idee, auch in Bonn auf das Verkehrsmittel „urbane Seilbahn“ zu setzen, die nicht primär dem Freizeit-, sondern dem gesamten städtischen Verkehr dient, ist etwa 2012 entstanden, um den Venusberg besser an die Stadt anzuschließen. Sie greift damit einen weltweiten Trend auf, bei dem immer mehr Städte vor allem in Südamerika und in Asien, von La Paz bis Ankara, auf urbane Seilbahnen setzen. 

Grund ist: Die Städte ersticken im Autostau, und die städtischen Verkehrsflächen reichen nicht mehr aus für die Ansprüche von Fußgängern, Radfahrern, Busse und Bahnen – und eben die allgegenwärtigen Autos. Als Folge ist man jahrzehntelang in den Untergrund gegangen und hat U-Bahnen oder wie in Bonn unterirdische Stadt- und Straßenbahnen gebaut: sehr teure Infrastrukturen, die man sich heute nur noch bei sehr großen Verkehrsströmen leisten kann, denn im Untergrund gibt es auch zahlreiche Ver- und Entsorgungseinrichtungen für Strom, Gas, Telekommunikation, Wasser und Abwasser. Der beste Ausweg, wenn man nicht dem Auto Platz nehmen will und wenn es die Topographie nahelegt, ist der Gang in die Höhe: Deshalb haben inzwischen urbane Seilbahnen weltweit Hochkonjunktur.

In Bonn bietet das erste Seilbahnprojekt die Möglichkeit, den Rhein zu überqueren und anschließend auch den steilen „Geländesprung“ auf den Venusberg relativ problemlos und kostenmäßig durchaus günstig zu schaffen: Die jetzt projektierte Seilbahn verbindet so auf direkter, staufreier Trasse
  • die rechtsrheinische Bahnstrecke mit dem künftigen S-Bahn-Haltepunkt Ramersdorf,
  • den Posttower, 
  • die linksrheinische Bahnstrecke nahe dem neuen Haltepunkt „Bonn UN Campus“,
  • den Hindenburgplatz mit den Straßenbahnen 61 und 62,
  • das Venusberg-Klinikgelände mit dort ein oder zwei Stationen. 
Mit Ausnahme der Seilbahn gibt es für diese Verkehrsrelation kein anderes durchgängiges, staufreies und insofern schnelles Verkehrsmittel.

Die geplante Seilbahn ist Projekt des städtischen Verkehrsentwicklungsplans 2020. 2015 und 2016 wurde eine Machbarkeitsstudie mit positivem Ergebnis erstellt. 2017 erfolgte eine erste Bürgerbeteiligungsphase.

Investitionskosten (Planung und Bau)

In der Machbarkeitsstudie wurden die Investitionskosten für eine Seilbahn von Ramersdorf bis zum Venusberg bisher mit 41,7 Mio € angegeben. Die Kosten hängen ab von der Systemgröße (1-Seil- oder 3-Seil-Umlaufbahn) und der Zahl der Zwischenstationen und der Masten.

Seilbahnen gehören in NRW zu den Verkehrsmitteln des ÖPNV, so dass die Infrastrukturkosten vom Land bis zu 90% finanziell gefördert werden. Entscheidend ist für das Land, ob der volkswirtschaftliche Nutzen die Kosten überwiegt. Das versucht man derzeit mit einer Kosten-Nutzen-Analyse zu ergründen.








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