seilbahn.net | Themenbereiche | Pisten | 2022-07-26

ARENA PistenManagement: Das weiße Gold –Frau Holle und Big Data

Weiße Flocken aus einem Kissen zu beuteln, das funktioniert bekanntlich nur im Märchen. Nicht ins Reich der Phantasie gehört hingegen höchste Pistenqualität bei gleichzeitiger Reduzierung der eingesetzten Ressourcen. Der Blick in die Kristallkugel verrät, dass es höchste Zeit ist, dem Thema Beschneiung erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken!

Der Schnee galt lange Zeit als unhinterfragte Voraussetzung für den Wintertourismus im Alpenraum. Seit einigen Jahren ändern sich die Spielregeln. Kälteeinbrüche im Herbst fallen nicht nur milder aus, sie verschieben sich auch immer weiter nach hinten – und gefährden zunehmend das Weihnachtsgeschäft. Wie man diesen Herausforderungen in Zukunft begegnen kann, berichten Mag. Franz Schafflinger, Vorstand der Gasteiner Bergbahnen AG und Robert Sölkner, Geschäftsführer von ARENA PistenManagement, die gemeinsam einen Masterplan für das Schneemanagement in Gastein erarbeitet haben.

Gesamtheitliches Denken

„Schnee ist unsere Existenzgrundlage, darüber müssen wir uns im Klaren sein. Deshalb reicht es nicht, ihn als naturgegeben zu betrachten, sondern der Schnee muss aktiv in unser Bewusstsein rücken“, so Schafflinger, der im Gasteinertal für eines der traditionsreichsten Skigebiete Österreichs verantwortlich ist. Doch Tradition allein rüstet noch lange nicht gegen die Herausforderungen der Gegenwart. Diese lassen sich nur bewältigen, wenn alle Zahnräder perfekt ineinandergreifen. Infrastruktur und technische Ausstattung sind dabei nur eine Seite der Medaille. Strategische Planung und Flexibilität die andere. Erst im Zusammenspiel dieser Faktoren kann die Wettbewerbsfähigkeit in den kommenden Jahren aufrechterhalten werden.

Digitale Chancen nutzen

Die letzten zwei Jahre waren nicht leicht für die Seilbahn-Branche. Doch wenn die Pandemie etwas Positives mit sich gebracht hat, dann die Beschleunigung der Digitalisierung in allen Gesellschaftsbereichen. Welche Möglichkeiten Digitalisierung und Datenanalysen für die Piste mit sich bringen, weiß ARENA-Geschäftsführer Robert Sölkner ganz genau. Sein Unternehmen hat sich auf den Bereich Pistenmanagement spezialisiert und Methoden entwickelt, durch die laufende Auswertung von Messdaten massiv Geld und Ressourcen einzusparen – ohne Abstriche in der Pistenqualität machen zu müssen.

Den Schnee lesen

Mit Hilfe einer Schneehöhenmessung wird es möglich, die Schneedecke unter Einbezug von Seehöhe, Sonnenexposition und Neigung des Geländes in allen Pistenabschnitten genau zu beziffern. „So können wir für jeden Hang, für jedes Flachstück die ideale Schneemenge berechnen und Überschüsse oder Defizite sofort erkennen. Jeder Quadratmeter Piste wird dadurch optimal mit Schnee versorgt“, verrät Sölkner. Werden diese Messdaten mit den Niederschlagsmengen der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) verglichen, kann der Anteil von technischem und Naturschnee zentimetergenau bestimmt werden. Den Schneimeistern wird dadurch ein Werkzeug in die Hand gegeben, das ihnen erlaubt, jederzeit den Status Quo ihrer Piste zu kennen und entsprechend zu reagieren. „Diese Kombination aus profunder Kenntnis des Geländes und jahrelanger Schneierfahrung mit externer Expertise und Datenanalyse ist eine hochpotente Kombination“, ergänzt Schafflinger mit Verweis auf die Ergebnisse der letzten Saison, in der rund 10 - 15 % an Ressourcen eingespart werden konnten.

Vorausschauend arbeiten

Durch dieses Vorgehen können aber auch Schneefresser wie Hügel und Mulden im Gelände identifiziert werden, die für den Pistenbetrieb mit Schnee ausgeglichen werden müssen. „Anhand der Datenauswertung lässt sich erkennen, wo man bereits im Sommer vorbauen kann, indem man diese Löcher – wo es landschaftsökologisch vertretbar ist – mit Erde füllt. So wird das Gelände optimal für den Winterbetrieb vorbereitet und man kann erhebliche Mengen an Schnee einsparen. Das macht sich sowohl ökonomisch als auch ökologisch bezahlt.“In Zukunft sollen diese vergangenheitsbezogenen Messdaten zusätzlich mit der Wetterprognose der ZAMG kombiniert werden. Der Ist-Zustand der Piste erweitert sich dadurch um den Faktor Zeit. Zeitpunkt und Menge der Beschneiung können sich so präzise nach der Wetterlage richten und Bedingungen mit bestmöglichem Wirkungsgrad können erzielt werden.

Verbesserung auf Augenhöhe

Um die Rahmenbedingungen für diese Einsparungen zu schaffen, braucht es Mut zur Veränderung und eine offene Kommunikation. Deshalb haben die Gasteiner Bergbahnen ihr Team von Anfang an aktiv in den Prozess miteingebunden. „Nur so kann transparent kommuniziert werden, wie und vor allem warum wir diese Schritte setzen. Dadurch entzieht man Gerüchten den Nährboden und jeder weiß, woran er ist. Dann funktioniert es auch in der Umsetzung.“ Robert Sölkner ist es wichtig zu betonen, dass ARENA als Berater keineswegs mit dem erhobenen Zeigefinger daherkommt. „Wir möchten unsere Kunden bestmöglich unterstützen und Hilfe zur Selbsthilfe geben. Der Blick von außen legt oft Verbesserungsbedarf frei. Das ist nicht immer angenehm, aber damit muss man sich auseinandersetzen, um voranzukommen. Auch das ist Teil unserer Arbeit.“

Strategisches Vorgehen

So wurde in enger Zusammenarbeit zwischen den Gasteiner Bergbahnen und ARENA PistenManagement ein Masterplan entworfen, der in den kommenden Saisonen das Optimum aus den Pisten herausholen soll. „Wir haben unsere Prioritäten festgelegt und auf Basis der Datenlage flexible Aktionspläne ausgearbeitet, die in schriftlicher Form unserem gesamten Team zur Verfügung stehen“. Damit stellt Franz Schafflinger sicher, dass jeder in seinem Unternehmen am selben Strang ziehen kann und trotz magerer Schneemengen am Saisonbeginn eine gute Grundversorgung garantiert ist. Es reicht nicht, über Veränderungen zu reden. Der Wandel muss herbeigeführt werden. Die Gasteiner Bergbahnen und ARENA PistenManagement machen vor, wie die Analyse von Big Data und die alltägliche Praxis der Seilbahnbetreiber symbiotisch ineinandergreifen können, um so die Existenzgrundlage des Wintersportes zu sichern.
Denn sich zurückzulehnen und darauf zu hoffen, dass alles so bleibt wie es ist, wird in diesen Zeiten wohl zu wenig sein.

Wie auch Sie Ihre Ressourcen optimal einsetzen können, finden Sie im aktuellen Whitepaper von ARENA PistenManagement!



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