seilbahn.net | Themenbereiche | Seilbahnen | 2026-05-28

Zukunftsinvestition: Herzogstandbahn erhält nach über 70 Jahren eine neue Talstation

Walchensee. Die Herzogstandbahn GmbH stellt die Weichen für eine nachhal8ge Zukunft: Auf dem bestehenden Betriebsgelände soll bis voraussichtlich November 2027 die derzeitge Talstation durch ein neues, energieeffzientes und barrierefreies Gebäude ersetzt werden. Seilbahntechnik, Trasse und Bergstation der Herzogstandbahn bleiben unverändert. Auch werden alleine durch den Neubau der Talstation nicht mehr Personen transportiert werden. Vielmehr geht es um eine funktionale und qualitative Weiterentwicklung – mit mehr Komfort, höherer Effzienz und einem barrierefreien Zugang für Gäste und Mitarbeitende.

„Die Entscheidung für den Neubau ist für mich persönlich ein echter Meilenstein, den ich mir seit vielen Jahren gewünscht habe. Mit der neuen Talstation schaffen wir nicht nur eine moderne und barrierefreie Infrastruktur für unsere Gäste, sondern verbessern gleichzeitig die Arbeitsabläufe und Bedingungen für unsere Mitarbeitenden nachhaltig. Durch den Einsatz zukunftsorientierter Technologien investieren wir zudem gezielt in einen energieeffizienten und langfristig klimafreundlichen Betrieb der gesamten Anlage“, so Jörg Findeisen, Geschäftsführer & Betriebsleiter Herzogstandbahn GmbH.

Nachhaltg. Zugänglich. Zukunftsorieniert.

Die neue Talstation wird offen, hell und einladend gestaltet und setzt konsequent auf Komfort und Zugänglichkeit für alle Gäste. Der gesamte Bereich ist stufen- und schwellenlos konzipiert und ermöglicht damit einen durchgehend barrierefreien Zugang. Großzügigere Zugangsbereiche zu den Seilbahnkabinen sorgen für mehr Bewegungsfreiheit und einen entspannten Ablauf. Der Eingangsbereich wird mit Sitzmöglichkeiten ausgestattet und lädt zum Verweilen ein, während der Kassenbereich klar strukturiert ist und einen flüssigen Zugang ermöglicht. Optional wird künftig auch ein Ticketverkauf über Automaten angeboten, um zusätzliche Flexibilität zu schaffen. Auch die Sanitäranlagen werden vollständig erneuert und modernisiert – barrierefrei, familienfreundlich und zeitgemäß ausgestattet.

Das Gesamtkonzept der neuen Talstation setzt konsequent auf nachhaltige Energieversorgung und einen ressourcenschonenden Betrieb. Durch den Einsatz modernster Gebäudetechnik und nachhaltig produzierter Baustoffe werden deutliche CO₂-Einsparungen erzielt. Damit wird ein wichtiger Beitrag zu einem energieeffzienten und zukunftsorientierten Betrieb geleistet.

Büro- und Mitarbeiterräume – einschließlich Pausen- und Erholungsbereiche sowie Umkleiden – werden in das Gebäude integriert und entsprechen zeitgemäßen Anforderungen an einen attraktiven und funktionalen Arbeitsplatz. Durch die optimierte Anordnung von Werkstätten und Lagerräumen werden Arbeitsabläufe effzienter gestaltet und die Zugänglichkeit sowie die Arbeitsbedingungen deutlich verbessert. Auch die drei im Bestand bewährten Betriebswohnungen im Obergeschoss finden in modernisierter Form wieder ihren Platz im Gebäude und bleiben damit als wichtiger Bestandteil erhalten.

Ein klares Statement für die Region.

Die bestehende Talstation der Herzogstandbahn wurde gemeinsam mit der Sesselbahn im Jahr 1954 errichtet und im Zuge des Umbaus 1994 lediglich punktuell an den Betrieb der heutigen Kabinenbahn angepasst. Nach über 70 Jahren entspricht das Gebäude jedoch nicht mehr den aktuellen Anforderungen – weder für die rund 155.000 Gäste pro Jahr noch für die Mitarbeitenden im täglichen Betrieb. Im Zuge des Projekts soll zudem der Pachtvertrag mit den Bayerischen Staatsforsten vorzeitig um weitere 50 Jahre verlängert werden. Die Verhandlungen dazu befinden sich auf der Zielgeraden.

„Die Geschichte der Herzogstandbahn ist eine echte Erfolgsstory. Die Seilbahn mit ihren beiden markanten blauen Kabinen ist fester Bestandteil unserer einzigartigen Bergwelt geworden. Nicht nur der „Kini“, sondern auch die Gründer der Herzogstandbahn wussten: Der Blick aus erster Reihe der bayerischen Voralpen ist einfach faszinierend, ob Richtung Norden in die Ebene oder Richtung Süden ins Gebirge. Wir als Gemeinde und Gesellschafter der Herzogstandbahn sind stolz darauf, unseren Gästen ein modernes, nachhaltiges und zugleich traditionsreiches touristisches Angebot machen zu können. Mit dem Neubau der Talstation schlagen wir gemeinsam ein neues Kapitel in der Erfolgsgeschichte der Herzogstandbahn auf“, so Jens Müller, Erster Bürgermeister Gemeinde Kochel a. See.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 5,5 Mio. Euro und werden aus der soliden Finanz-und Ertragskraft der Herzogstandbahn, ohne öffentliche Zuschüsse, finanziert.

„Die neue Talstation ist ein klares Bekenntnis für die Zukunft der Herzogstandbahn und ist damit weit mehr als ein Infrastrukturprojekt. Mit dieser Investition stärken wir langfristig die touristische Attraktivität der Region und damit gleichzeitig den heimischen Wirtschaftsstandort. Als regional verankerte Sparkasse und als Gesellschafter der Herzogstandbahn ist es unser Selbstverständnis, regionale Projekte zu unterstützen und dazu beizutragen, die Wertschöpfung vor Ort zu sichern. Dabei geht es nicht um kurzfristige Erfolge, sondern um eine klare langfristige Perspektive. Dieses Projekt stellt heute die Weichen für eine moderne und zeitgemäße Infrastruktur für unsere Mitarbeiter und Gäste. Wir haben dabei den Anspruch, ein Anziehungspunkt in der Region zu bleiben und unsere wunderschöne Landschaft für unsere Gäste erlebbar zu machen“, so Christian Spindler, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen.

Zeitplan. Bauphase. Betrieb.

Die Bauarbeiten für die neue Talstation sollen im Idealfall unmittelbar nach dem Ende der Sommersaison 2026, spätestens nach den Herbstferien, beginnen. Im Anschluss an die reguläre Herbstrevision, die in diesem Jahr aus Effzienzgründen auch die 10-Jahresrevision der beiden Seilbahnlaufwerke und Gehänge umfasst, wird die Herzogstandbahn voraussichtlich zu Ostern 2027 ihren Betrieb wieder aufnehmen können. Die Fertigstellung und Einweihung der neuen Talsta8on ist dann für November 2027 geplant. Die Bauarbeiten werden dabei so organisiert, dass wesentliche Teile des Gebäudes parallel zum laufenden Betrieb fertiggestellt werden können und es zu möglichst geringen Einschränkungen für den Fahrgastbetrieb kommt. Sollte das Genehmigungs- und Ausschreibungsverfahren einem planmäßigen Baubeginn zeitlich entgegenstehen, verschiebt sich der Projektverlauf um jeweils ein Jahr.

Über die Herzogstandbahn

Die Herzogstandbahn verbindet seit 1954 den Walchensee mit dem Herzogstand und zählt zu den traditionsreichen Seilbahnen der Region. Bis 1994 erfolgte der Transport über eine Sesselliftanlage mit einer Steigung von bis zu 88 Prozent – damals galt sie als eine der steilsten Seilbahnen Europas. Seit 1994 bringt eine Kabinenseilbahn die Gäste in nur vier Minuten auf rund 1.600 Meter Höhe. Von der Bergstation sind es nur noch wenige Höhenmeter bis zum Gipfelbereich, der am Herzogstand kein klassisches Gipfelkreuz, sondern einen von König Ludwig II. errichteten Aussichtspavillon beherbergt. Von hier eröffnet sich eine einzigartige Rundumsicht: Vom bayerischen Alpenvorland mit seinen zahlreichen Seen im Norden über die Alpenkette mit Zugspitze und Karwendelgebirge bis hin zu den Tiroler Berggipfeln im Süden. Heute zählt die Herzogstandbahn zu den ganzjährig beliebten Ausflugszielen der Region zwischen Kochel- und Walchensee. Jährlich nutzen rund 155.000 Gäste Seilbahn für Freizeit- und Naturerlebnisse in der alpinen Umgebung. Die Herzogstandbahn GmbH beschäftigt insgesamt 12 Mitarbeitende und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 2,4 Mio. EUR, womit sie einen wesentlichen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung leistet.




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