Schweizer Tourismussommer 2026 unter schwierigen VorzeichenBAK Economics, (Basel) – Für die Sommersaison 2026 erwartet BAK Econo-mics erstmals seit dem Ende der Covid-19-Pandemie wieder einen Rückgang der Logier-nächte. Gemäss der Tourismusprognose im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) werden für die Sommersaison 24.9 Millionen Logiernächte (-255’000, -1.0% ge-genüber 2025) erwartet. Hauptgrund ist die schwächere Nachfrage aus den Fernmärkten. Der Iran-Krieg belastet den internationalen Reiseverkehr und verteuert Fernreisen. Die durchgeführte Wettbewerbsanalyse zeichnet ein äusserst heterogenes Bild des Schweizer Tourismus, das von international führenden Destinationen bis hin zu Destinationen mit deutlichem Aufholbedarf reicht. Iran-Krieg belastet Fernmärkte Nach mehreren Jahren anhaltenden Wachstums dürfte die Nachfrage aus den Fernmärk-ten erstmals wieder deutlich zurückgehen. BAK Economics erwartet einen Rückgang von Am stärksten betroffen bleibt Asien. Indien und die Länder Südostasiens leiden besonders unter den Einschränkungen im Luftverkehr über die grossen internationalen Drehkreuze im Nahen Osten. Gleichzeitig sind viele Länder der Region stark von Energieimporten aus dem Persischen Golf abhängig und damit anfälliger für die wirtschaftlichen Folgen der aktuellen Entwicklungen. Vergleichsweise robust zeigt sich dagegen China, das aufgrund direkter Flugverbindungen und einer geringeren Abhängigkeit vom Luftverkehr über den Nahen Os-ten weniger stark betroffen ist. Auch aus den USA wird weiterhin ein leichtes Wachstum erwartet. Höhere Flugpreise und eine eingetrübte Konsumentenstimmung bremsen jedoch die Dynamik des wichtigsten Wachstumstreibers der Fernmärkte der letzten Jahre. Inländische Nachfrage stabilisiert, Europa bleibt robust Stabilisierend wirken dagegen die inländische und teilweise auch die europäische Nach-frage. Höhere Flugpreise und die anhaltende Unsicherheit im internationalen Reiseverkehr dürften dazu beitragen, dass ein Teil der Reisenden auf näher gelegene Reiseziele aus-weicht. Davon profitieren Ferien im eigenen Land ebenso wie Reisen innerhalb Europas. Für die inländische Nachfrage erwartet BAK Economics ein Wachstum von 0.5 Prozent (+58'000). Gleichzeitig stehen die Schweizer Haushalte jedoch unter Druck. Der private Konsum wächst weniger dynamisch als im Vorjahr, während die höhere Inflation die Real-einkommen belastet. Die europäische Nachfrage dürfte sich aus den meisten Herkunftsländern weiterhin positiv entwickeln. Insgesamt wird dennoch ein leichter Rückgang um 1.0 Prozent (-68'000) erwar-tet. Ausschlaggebend ist vor allem, dass der vergangene Sommer aussergewöhnlich gut ausgefallen war. Der Sommer 2025 profitierte von mehreren Grossveranstaltungen. Insbe-sondere aus dem Vereinigten Königreich dürfte die Nachfrage geringer ausfallen, da der Sondereffekt der Fussball-Europameisterschaft der Frauen entfällt. Neue Wettbewerbsanalyse von BAK Economics für Tourismusdestinationen Mit dem BAK Tourism Destination Competitiveness Index (TDCI) hat BAK Economics ein neues Analyseinstrument entwickelt, das die Wettbewerbsfähigkeit von Destinationen sys-tematisch evaluiert und vergleichbar macht. Der Ansatz erlaubt Vergleiche zwischen 240 schweizerischen und ausländischen Destinationen im Alpenraum. Im Zuge dessen lanciert BAK Economics mit BAK Tourism Intelligence ein innovatives, KI-gestütztes Analyseinstru-ment für Tourismusdestinationen. Das Online-Tool liefert Destinationen die Identifikation von Stärken, Schwächen und Entwicklungspotenzialen sowie die klare Einordnung der ak-tuellen Positionierung und unterstützt sie bei der Priorisierung strategischer Optionen. Schweizer Tourismus: Topniveau in der Spitze, aber starke Disparitäten Gemäss dem TDCI verfügen zahlreiche Schweizer Destinationen über eine hohe Qualität und eine starke Wettbewerbsposition. Die Schweiz gehört zur absoluten Spitze und stellt die drei bestplatzierten sowie neun der zehn Top-Destinationen im Alpenraum. Gleichzeitig besteht im Mittelfeld und bei vielen kleineren Destinationen weiterhin Aufholbedarf. Zu den strukturellen Schwächen gehören die unzureichende Ausschöpfung des Ertragspotenzials sowie die vergleichsweise kurze Aufenthaltsdauer. Besonders ausgeprägt bleibt dagegen das langfristige Potenzial der Schweizer Destinationen. Dazu tragen insbesondere die vor-teilhafte Gästestruktur mit einem hohen Anteil heimischer Gäste sowie Besuchenden aus Fern- und Wachstumsmärkten bei. |







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