seilbahn.net | Projekte | Zukunft | 2009-11-10

Zoo Zürich: Infocorner Zooseilbahn eröffnet – Seilbahnprojekt auf Kurs

Ab sofort können sich die Besucherinnen und Besucher des Zoos in einer original Seilbahnkabine anhand eines Kurzfilms über die Zooseilbahn informieren. Wie die Verantwortlichen der Zoo Seilbahn AG anlässlich der Eröffnung des Infocorners auf dem Zoogelände erklärten, verläuft das Genehmigungsverfahren für die Seilbahn planmässig. Der für die Realisierung erforderliche kantonale Gestaltungsplan soll noch in diesem Jahr festgesetzt werden.
Die Zooseilbahn soll die schweizweit meistbesuchte Kulturinstitution als neue ÖV-Verbindung vom Bahnhof Stettbach aus umweltgerecht und attraktiv erschliessen. Mit der für Mitte des kommenden Jahrzehnts vorgesehenen Inbetriebnahme wird der Zoo aus weiten Teilen der Schweiz mit dem öffentlichen Verkehr deutlich schneller als heute erreichbar sein. Die Verkehrsproblematik beim Zoo kann damit nachhaltig entschärft werden.

Acht Sitzplätze - Platz für Kinderwagen
Die bei der Seilbahn zum Einsatz gelangenden Komfort-Kabinen sind auf die Bedürfnisse von Familien zugeschnitten. Davon können sich die Besucherinnen und Besucher des Zoos am Infocorner überzeugen. Beim ausgestellten Modell handelt es sich um eine original Seilbahnkabine der Firma CWA mit acht Plätzen und der Möglichkeit, Kinderwagen oder Rollstühle bequem zu transportieren. Während des rund fünfminütigen Films über die Zooseilbahn und die Verkehrssituation beim Zoo werden die Besuchenden einen Moment lang in die Seilbahn-Zukunft versetzt.

Planung auf Kurs
Das Planungsverfahren für die Seilbahn ist auf Kurs. Gemäss Andreas Hohl, Delegierter des Verwaltungsrates der Zoo Seilbahn AG, dürfte der erforderliche kantonale Gestaltungsplan noch in diesem Jahr vom Kanton festgesetzt werden. Das Plangenehmigungsverfahren  beim Bund schreitet ebenfalls planmässig voran. Die während der Dossier-Auflage eingegangenen Einwendungen und Einsprachen beziehen sich laut Hohl in erster Linie auf Fragen des Landschaftschutzes und der Verkehrssituation im Raum Stettbach. Sie brachten kaum neue Erkenntnisse. In Detailfragen konnten teilweise Anregungen aufgenommen werden, die nun in das Projekt einfliessen. Als Zeithorizont für die Eröffnung der Seilbahn gilt nach wie vor die Mitte des kommenden Jahrzehnts.

Zooseilbahn als Pionierprojekt und Markstein
Peter Vollmer, Geschäftsführer des Verbandes öffentlicher Verkehr und des Branchenverbandes Seilbahnen Schweiz,  bezeichnete die Zooseilbahn als Pionierprojekt. Wenn früher Seilbahnen vor allem zur touristischen Erschliessung in den Berggebieten im Vordergrund standen, würden die grossen Vorteile von Seilbahnen weltweit immer mehr auch in urbanen Räumen zur Bewältigung der Verkehrsbedürfnisse erkannt. Seilbahnen seien leise, energieeffizient, Platz sparend, kostengünstig, komfortabel und hätten erst noch  eine hohe Beförderungskapazität. Alles Eigenschaften, welche in urbanen Räumen besonders gefragt seien. Das Projekt der Zooseilbahn sei damit für die ÖV- und die Seilbahnbranche ein wichtiger Markstein.

Technik
Bahnsystem:

Bei der Zooseilbahn handelt es sich um eine Einseilumlaufbahn mit kuppelbaren Klemmen und 8-plätzigen, geschlossenen Gondeln. Der Antrieb befindet sich in der Bergstation, ausgeführt als fahrbarer Brückenantrieb. Zusätzlich wird ein hydraulischer Notantrieb mit Dieselaggregat sowohl in der Berg- als auch Talstation eingebaut.

Gondeln:
Zum Einsatz kommen behindertengerechte Komfortgondeln mit Platz für 8 Personen. Die Türhöhe liegt bei ca. 1,9 Metern, sodass ein aufrechter Zugang für die überwiegende Anzahl der Reisenden möglich ist.

Geschwindigkeit:
Die maximale theoretische Förderleistung beträgt 1500 Personen pro Stunde bei einer Höchstgeschwindigkeit von 5 Metern pro Sekunde. Die Geschwindigkeit während des Stationsumlaufs liegt bei ca. 0,3 Metern pro Sekunde. Ein Zu- und Ausstieg ist somit ohne Hektik möglich.

Technische Daten im Überblick:
Horizontale Länge: 2'145,9 m
Höhendifferenz: 159,5 m
Schräge Länge: 2'154,7 m
Auffahrseite: rechts 
Mittlere Bahnneigung: 7,4 %
Seilhöhe Talstation: 448,7 m
Seilhöhe Bergstation: 608,2 m
Spurweite: 5,2 m
Anzahl der Stützen
Tragstützen: 8 
Niederhaltestützen: 2 
Wechsellaststützen: keine 
Rollenbatterien (Anzahl Rollen)
Bei Tragstützen: 6T/8T/10T/12T 
Bei Niederhaltestützen: 14NH/10NH 
Förderleistung: 1'500 Pers./h
Fassungsvermögen je FBM: 8 Pers.
Fahrgeschwindigkeit: Maximal 5 m/s
Fahrzeugintervall: Minimal 19,2 s
Fahrzeugabstand: 96 m
Fahrzeit: 7,2 Min.
Anzahl der Fahrzeuge FBM: 51 Stk.



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Kommentare:
Rolf Hefti | 2019-11-06 | 02:41
Auch dieses Projekt wird seit Jahren durch unseren sogenannten Rechtsstaat verunmöglicht. Warum konnten unsere Vorfahren das so viel besser ? Waren immer mutiger und selbstverständlich kühne Visionäre und nicht nur bünzlig und kleingeistig agierend ? Man sieht bewundernd, wie schon vor 150 Jahren Gebautes, etwa in den Bergen aussieht und das erfüllt noch immer mit Ehrfurcht was sich diese klugen Menschen schon damals leisteten ! Ich wohne neben dem Flughafen, der wächst wie selbstverständlich immer weiter, wäre hier etwa auch so viel Verhinderung möglich oder sogar nötig ? Warum soll sich ausgerechnet nur die Region Züri sich nicht mehr weiterentwickeln dürfen ? Siehe etwa alles Verhinderte für unsere Region, seit den 5 letzten Jahrzehnten = Lausanne etwa, hat eine echte U - Bahn erhalten. Züri sei selbstverständlich und für immer und ewig und viel zu klein dafür, diktierte uns die SP. Sollte Demokratie nicht mehr Möglichkeiten für Alle Schweizer bieten können und nicht nur totale Verneinung durch ganz , ganz Wenige und nur für unsere Region ? Viel Glück für Euer wunderbares Projekt, möge der Geist, der steht‘s Verneint an uns allen - endlich einmal - vorbeiziehen dürfen.
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