seilbahn.net | Projekte | Zukunft | 2018-12-18

Samnaun sagt JA zur Skigebiets-Erweiterung

Die Bevölkerung der Gemeinde Samnaun sagt mit 69% deutlich JA zur geplanten Skigebietserweiterung.

In den nächsten  Jahren sind auf der Schweizer Seite des Skigebietes folgende neue Anlagen geplant:
  • 3-S-Bahn Samnaun Dorf – Salaaser Kopf
  • 10er-Einseil-Kabinen-Umlaufbahn Laret – Chams – Muller
  • 6er-Sesselbahn Ravaischer Salaas (Morell) – Greitspitz
  • 6er-Sesselbahn Ravaischer Salaas (Morell) – Salaaser Kopf
Teil des Gesamtprojektes sind auch verschiedene Ergänzungen im Bereich der Infrastrukturen wie beispielsweise Skidepots, Skiwege und Anpassungen vom Skibusbetrieb. Der heutige Skibusbetrieb wird teilweise durch Kleinbusse optimiert werden, was sich auch finanziell positiv auswirken wird. Ebenfalls wird davon ausgegangen, dass sich damit der heutige Privatbusbetrieb reduzieren lässt.

Auszug aus der Botschaft des Gemeindevorstandes:

3-Seil-Grosskabinen-Umlaufbahn Samnaun Dorf – Salaaser Kopf 

In Samnaun Dorf wird rund die Hälfte der Winterlogiernächte erzielt. Zudem fahren über den Duty-free-Run täglich zahlreiche Skifahrer aus dem Skigebiet nach Samnaun. Für all diese Gäste soll mit einem direkten Zubringer im Dorf der Transport bzw. Rücktransport in das Skigebiet der Komfort verbessert werden. Für den Samnauner Übernachtungsgast wird das vielzitierte ski in/out umgesetzt und die Qualität wird merklich gesteigert, fallen doch Fahrten mit den überfüllten Skibussen und Zubringerbahn von Ravaisch auf den Alp Trida Sattel dahin. Der Ischgler Gast wird dazu animiert, die Talabfahrt über Zeblas nach Samnaun vermehrt zu nutzen, weil der Rücktransport komfortabel gelöst ist. Dadurch werden die Geschäfte und Restaurants im Dorf besser frequentiert und die Umsätze können gesteigert werden. Auch bei Schlechtwetter ist das Zollfreieinkaufen in Samnaun eine Attraktionfür die Ischgler Gäste, weil Samnaun dann auch direkt mit der Bahn erreicht werden kann.

Die Quartiere im Dorf können mit Skiwegen oder Kleinbussen an die Talstation angebunden werden, so dass alle Gäste aus den Beherbergungsbetrieben schnell und bequem in das Skigebiet gelangen.

10er-Einseil-Kabinen-Umlaufbahn, Laret – Chams – Muller 

Alle Gäste und Einheimische, welche in den Fraktionen Laret und Compatsch ihre Unterkunft gebucht haben bzw. dort wohnen, sind heute unzureichend an das Skigebiet angebunden. Die Fraktionen werden zwar mit einzelnen Skibussen und mit dem Ortsbus bedient, der Gast ist aber an den Busfahrplan gebunden und dadurch stark eingeschränkt. Mit einem Zubringer vom Gebiet Welschdörfli auf den Muller, mit einer Mittelstation auf Chams, wird der Übernachtungsgast aus Laret und aus Compatsch über Skiwege bzw. mit Kleinbussen auch direkter an das Skigebiet angebunden und profitiert dadurch ebenfalls vom Angebot ski in/out und einer massiven Qualitätssteigerung.

Die Talabfahrt aus dem Raum Alp Trida/Alp Bella nach Laret / Compatsch ist beim Skifahrer äusserst beliebt. Häufig wird jedoch aufgrund der unbequemen Rückbringermöglichkeiten zur Talstation in Ravaisch auf Wiederholungsfahrten verzichtet. Der Gast erwartet heute, dass er vom Ende der Talabfahrt bequem wieder in das Skigebiet zurückbefördert wird. Dies ist heute leider nicht möglich.

Die Abfahrt nach Laret ist auch bei ungünstigen Witterungsverhältnissen mit Wind oder schlechter Sicht jeweils gut befahrbar, vor allem die untere Sektion ab der Mittelstation Chams wäre prädestiniert auch als Piste für Schlechtwetterfahrten.

Auf dem Areal des alten Werkhofes an der Welschdörflistrasse sollen die Kassen- und weitere Nebenräume sowie eine Bushaltestelle errichtet werden. Die Gemeinde hat den alten Werkhof vom Tiefbauamt Graubünden in Abtausch mit der Kantonsstrasse übernommen. Im Zusammenhang mit diesem Abtausch hat die Gemeinde auch zugesichert, die gesamte Verkehrssituation in diesem Bereich (Auto, Bus, Fussgänger) zu verbessern. Über eine Passerelle erreicht der Skifahrer über die Kantonsstrasse bequem auf der gegenüberliegenden Seite die Talstation.

Die Baurechte für diese Parzelle werden der BBS AG im Rahmen vom detaillierten Bauprojekt und der damit verbundenen Verkehrssituationsverbesserung zugesichert. Die entsprechende Entschädigung richtet sich nach den geltenden Baulandpreisen, wie sie an private Baurechtgeber bezahlt wird. Der Gemeindevorstand wird ermächtigt, die entsprechenden Verträge abzuschliessen.

6er-Sesselbahn Ravaischer Salaas (Morell) Greitspitz und 6er-Sesselbahn Ravaischer Salaas (Morell) – Salaaser Kopf 

Der Ravaischer Salaas ist aufgrund seiner Schnee- und Lawinensicherheit und der zentralen Lage mitten im Skigebiet ideal für die weitere Entwicklung des Skigebietes. Mit den beiden Sesselbahnen auf dem Ravaischer Salaas wird das Pistenangebot auf Samnauner Seite ausgebaut. Durch den zusätzlichen Skiraum kann eine Entflechtung im Skigebiet erzielt und die Räume Alp Trida und Idalpe entlastet werden. Da mit diesen Sesselbahnen kein Sommerbetrieb vorgesehen ist, ist auch keine zusätzliche Belastung der Umwelt im Sommer zu erwarten. Zum Schutz des Wildes ist bereits eine Wildruhezone auf der sonnigen Seite des Gebietes (Piz Ot und Munschuns) definiert worden. Wie die Regierung bei der Genehmigung des regionalen Richtplanes feststellte, ist man sich der landschaftlichen Bedeutung des Ravaischer Salaas sehr wohl bewusst, auch wenn es sich nicht um ein Schutzgebiet von nationaler Bedeutung handelt. Gemäss Regierungsentscheid wurden die Interessen im Bewusstsein abgewägt, dass es sich zwar um eine naturnahe Landschaftskammer handelt und eine Beeinträchtigung des Wildes soweit als möglich vermieden werden muss (was mit der Festsetzung eines Wildruhegebietes im regionalen Richtplan gesichert wird), dass demgegenüber aber gewichtige volkswirtschaftliche/touristische Interessen für das Vorhaben sprechen, zu deren Realisierung es ausgewiesenermassen keine valablen Alternativen gibt. Dies hat zum Schluss geführt, dass die Beeinträchtigung der Landschaft unter Berücksichtigung der volkswirtschaftlichen Vorteile und mit einer stufengerechten Umsetzung von entsprechenden Massnahmen vertretbar ist.

Die Skifahrer, welche in der Fraktion Plan logieren, können nach wie vor mit dem Skibus nach Ravaisch fahren. Zudem bietet sich künftig auch die Möglichkeit nach Samnaun bzw. Laret zur Bahn zu gelangen. Da zudem die Busse infolge der Zubringer aus Samnaun Dorf und Laret nicht mehr überfüllt sind, wird auch für den Gast und die Einheimischen in Plan eine wesentliche Qualitätsverbesserung erzielt. 

Die Beherbergungsbetriebe in Ravaisch werden künftig mit einem Kleinbusbetrieb komfortabler an die Doppelstockbahn angebunden, damit wird für alle Gäste und die Einwohner der Fraktion Ravaisch die Erreichbarkeit der Bahn erheblich verbessert. Infolge der neuen Zubringeranlagen aus Samnaun Dorf und Laret gibt es zudem auch eine markante Entlastung bei der Doppelstockbahn in Ravaisch, womit für diese Gäste dort eine entsprechende Qualitätssteigerung erreicht werden kann.

Bei optimalem Verlauf der Bewilligungsverfahren kann mit einer Umsetzung der Projekte innerhalb der nächsten 3 - 5 Jahre gerechnet werden.

Die vier Bahnprojekte sollen miteinander verknüpft werden. Wenn die Gemeinde die Bau- und Durchleitungsrechte für alle vier Anlagen erteilt, muss die BBS AG zusichern, dass die Bahnprojekte in vorliegender Form und in der Reihenfolge der Bewilligungserteilung umgesetzt werden, unter der Voraussetzung, dass die jeweiligen Konzessionen vom Bundesamt für Verkehr erteilt werden. Entsprechende Möglichkeiten, die die BBS AG dazu verpflichten, werden im Rahmen der Vertragsausfertigung der Bau- und Durchleitungsrechte definiert.


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