seilbahn.net | Projekte | Zukunft | 2018-12-21

Rigi: Neue Gondelbahn geplant

Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung der RIGI BAHNEN AG haben an ihrer letzten Sitzung im Jahr 2018 wichtige Entscheide für die Weiterentwicklung der Pflichtprojekte «Neubau Gondelbahn Weggis-Rigi Kaltbad» und «Erneuerung Rollmaterial und Bahninfrastruktur» gefällt. Nach einem ereignisreichen Jahr mit traumhaften Wetterlagen darf die RIGI BAHNEN AG zudem erfreulich Bilanz ziehen. 

Eine Gondelbahn für Weggis

Die Pendelbahn Weggis-Rigi Kaltbad ist mit über 50 Jahren Betrieb am Ende ihrer technischen Lebensdauer angelangt. Nachdem die Verantwortlichen der RIGI BAHNEN AG die Machbarkeit des Ersatzes als Gondel-Umlaufbahn 2016 verifiziert hatten, suchten sie 2017 einen Realisierungspartner und haben diesen in der Firma Garaventa AG gefunden. Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung der RIGI BAHNEN AG sind sich einig, eine Gondel-Umlaufbahn – unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben und der Leitsätze der Rigi Charta 2030 – realisieren zu können.

Zukunftsweisender Entscheid

Die RIGI BAHNEN AG ist überzeugt, dass der Ersatz der bestehenden Pendelbahn (2 Kabinen à 70 Stehplätze) durch eine Gondel-Umlaufbahn (21 komfortable 10-Sitzplatz-Gondeln) die zukunftsweisende Variante dieses Erneuerungsprojekts ist. Die Vorteile einer Gondel-Umlaufbahn liegen auf der Hand: Jeder Gast hat in den geräumigen 10er-Gondeln einen Sitzplatz. Jeder kann bereits bei der Fahrt auf die Rigi die Aussicht auf die einmalige Landschaft uneingeschränkt geniessen. Auch betreffend Wartezeiten bietet eine Gondelbahn klare Vorteile gegenüber dem Pendelbahnkonzept, dies vor allem wegen des kontinuierlichen Umlaufbetriebs. Dieser bietet auch Zukunftspotential hinsichtlich öV-Anbindung.

Anspruchsvolle Planung

So überzeugend die Vorteile einer Gondel-Umlaufbahn sind, so gross sind auch die Herausforderungen bei deren Planung. Insbesondere die anspruchsvolle Seilführung hat das interdisziplinäre Projektteam im vergangenen Jahr gefordert. Der Fokus lag hinsichtlich der vielen Anspruchsgruppen auf einer optimierten Seilführung zum Schutz und Erhalt von Landschaften und Wäldern.

Verbesserung in jeder Hinsicht

Die RIGI BAHNEN AG beabsichtigt die Seilbahntechnik im bestehenden Gebäude der Bergstation, jedoch auf höherem Niveau, unterzubringen. Das hat den Vorteil, dass der Gast zukünftig auf kürzerem und komfortablerem Weg vom Bahnausstieg auf den Dorfplatz Kaltbad gelangen kann. Die Niveauanpassung hat zudem den Vorteil, dass Geräuschemissionen reduziert werden. Der projektierte Umbau bietet auch die Chance, das aktuell nicht gerade schmucke Gebäude besser ins Orts- und Landschaftsbild einzubetten. Dieselbe Chance soll auch an der Talstation genutzt werden. Nebst einem ansprechenden Bahngebäude soll auch die Parkierungslösung neu gestaltet und gleichzeitig die Erschliessung optimiert werden. Für das Jahr 2019 hat sich die RIGI BAHNEN AG die weitere Projektausarbeitung mittels eines qualitätssichernden Mitwirkungsverfahrens vorgenommen. Die Landschafts-, Natur- und Heimatschutzverbände werden, wie die direkten Anrainer, in das Verfahren miteinbezogen.

Termine nach aktuellem Kenntnisstand:

2019: Mitwirkungsverfahren der Interessenseigener bei der weiteren Projektausarbeitung 
Ende 2019: Start Plangenehmigungsverfahren 
Ende 2020: Abschluss Bewilligungsverfahren 
Herbst 2021: Baustart 
Sommer 2022: Eröffnung der neuen Gondel-Umlaufbahn

Neues Rollmaterial für die Königin

Die «neusten» Fahrzeuge der Rollmaterialflotte der RIGI BAHNEN AG stammen aus den 1980er-Jahren, die «alten und älteren» aus den 1950ern und 20ern. Doch auch die Veteranen unter den Triebfahrzeugen leisten noch täglich Schwerstarbeit im Normalbetrieb und fahren die Gäste sicher auf die Rigi. Damit dies zuverlässig funktioniert, ist ein reibungsloser Ablauf mit erheblichem Aufwand in der Instandhaltung und hohen Betriebskosten verbunden. Seit Langem ist eine Ablösung der Flotte in Planung und wurde durch die RIGI BAHNEN AG über die letzten Jahre gezielt vorbereitet. So wurden nacheinander die nötigen Fahrleitungsabschnitte erneuert, sämtliche Gleichrichterstationen ersetzt und ein Leitsystem zur effizienten Steuerung der Anlagen aufgebaut.

Effizienter und nachhaltiger Betrieb

Im Herbst 2017 startete eine Projektgruppe mit der Planung der Fahrzeugbeschaffung. Die älteren Fahrzeuge sollen dabei nicht einfach 1:1 ersetzt werden. Vielmehr geht es bei der Beschaffung um das Gesamtsystem der Zahnradbahn. Nicht welches Fahrzeug es sein soll, und welche technischen Eigenschaften man sich wünscht, standen bei der Projektausarbeitung im Vordergrund. Die Angebotsplanung und Erarbeitung eines effizienten Betriebskonzepts standen im Fokus. Im Zielkonzept Betrieb hat sich die RIGI BAHNEN AG klar zur Verbesserung des Angebots im Sinne des öV verpflichtet. Die Gäste sollen zukünftig komfortabler, sicherer und ressourcenschonender auf die Königin der Berge gelangen. Die bedeutet, den Fahrplan zu verdichten und sich klar zum Ziel zu setzen, mittel- bis langfristig zur Hauptsaison und Hauptreisezeit einen Halbstunden-Takt anzubieten. Komfortabler und sicherer impliziert, dass die Fahrzeuge sich durch ein grosszügiges Raumangebot, barrierefreien Einstieg und neuste Technik auszeichnen. Während heute die Flotte die Bremsenergie bei der Talfahrt verheizt, sollen die neuen Züge diese als Elektrizität ins eigene Netz rückspeisen und für bergwärtsfahrende Züge ressourcenschonend nutzbar machen.

Gästefreundliche Bahninfrastruktur

In einem umfassenden Infrastruktur-Projekt setzte sich die Projektgruppe zum Ziel, die Publikumsanlagen (Perrons) auf einen möglichst barrierefreien Ein- und Ausstieg zu ertüchtigen. Dies kommt nicht nur Menschen mit eingeschränkter Mobilität, sondern auch unseren älteren Gästen oder den jüngsten Besuchern im Kinderwagen zugute. Das anvisierte Fahrzeugkonzept erlaubt es, zwei Gelenktriebwagen als sogenannte Doppeltraktion von einem Lokführer zu fahren. Kurse können so nachfragespezifisch rasch und flexibel bei gleichbleibendem Personalaufwand verstärkt werden. Mit dem dichteren Takt steigt die Fahrplanproduktivität, während die Instandhaltung dank einheitlichen Fahrzeug-Komponenten effizienter wird. Mit neuem Rollmaterial werden also nicht einfach neue Fahrzeuge bei der RIGI BAHNEN AG im Einsatz sein – vielmehr ist es eine schrittweise Erneuerung des Gesamtsystems Zahnradbahn.

Keine Zukunft ohne Herkunft

Auch wenn die Fahrzeuge und die Bahninfrastruktur moderner werden, so bekennt sich die RIGI BAHNEN AG zur eigenen Herkunft als erste Bergbahn Europas. Sie wird diesem Vermächtnis weiterhin Sorge tragen. In welchem Rahmen die Fahrzeug-Veteranen im Einsatz bleiben, wird im kommenden Jahr erarbeitet. Klar ist, dass die alten Fahrzeuge als Perlen besser in Wert gesetzt werden sollen. Das Ziel im Beschaffungsprojekt ist auch klar: Die RIGI BAHNEN AG will zum 150-Jahr-Jubiläum der Rigi Bahn im Jahr 2021 ein erstes Fahrzeug der neuen Generation auf der Schiene haben.

Dank königlichem Wetter erfreuliche Zahlen

Die Frühlings-, Sommer- und Herbstmonate im Jahr 2018 dürften wohl in der ganzen Schweizer Tourismusbranche in die Geschichte eingehen. Dank den ausserordentlichen Wetterlagen erwartet die RIGI BAHNEN AG für das Jahr 2018 erfreuliche Zahlen. Monat für Monat durften Rekordfrequenzen verzeichnet werden – dies war für den Betrieb und das Personal teilweise eine Herausforderung. Dank dem guten Teamwork und dem unermüdlichen Einsatz aller Beteiligten konnten die zahlreichen Gäste zuverlässig transportiert werden.

Zunahme bei Einzelreisenden

Erfreulich wird im Jahresabschluss 2018 die Zunahme von Einzelreisenden gegenüber dem Vorjahr und dem Budget sein. Schon seit längerem ist eine Veränderung des Reiseverhaltens im internationalen Bereich von der traditionellen Gruppenreise hin zum individuellen Reiseerlebnis spürbar. Dieses Jahr wird sich diese Veränderung auch in den Zahlen der RIGI BAHNEN AG wiederspiegeln.
Die effektive Jahresrechnung 2018 wird an der Bilanzmedienkonferenz vom 5. April 2019 und an der Generalversammlung vom 23. Mai 2019 im Detail präsentiert.


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