seilbahn.net | Themenbereiche | Seilbahnen | 2008-05-14

Gstaad: Fitnesstest für die Wispile

Neue Gondelbahn-Steuerung / Bergbahnen Destination Gstaad AG bereitet Antrag auf Verlängerung der Betriebsbewilligung und Konzession vor

Die Luftseilbahn Wispile durchläuft zurzeit ein Retrofit-Programm. Diese Prüfung auf Herz und Nieren erfüllt einen wichtigen Zweck: Die Ergebnisse und die daraufhin ergriffenen Massnahmen bilden die Grundlage, damit die Bergbahnen Destination Gstaad AG für die Gondelbahn Gstaad – Wispile die Betriebsbewilligung und die Konzession zur Personenbeförderung verlängern lassen kann. Mit dem Retrofit erhält diese Bahn gleichzeitig eine neue Steuerung.

Die Betriebsbewilligung und die Konzession wurden bei der Inbetriebnahme der Wispile-Bahn 1988 bis Ende 2009 erteilt. Mit den Vorbereitungen für den Verlängerungsantrag hat die BDG bereits vor einigen Monaten begonnen. Inzwischen liegen Zustandsberichte für den Brandschutz, der strengen Auflagen unterliegt, und für den Bereich Mechanik und Seilbahntechnik vor.

Prüfung der baulichen Anlagen

Die Prüfung der baulichen Anlagen läuft. „Der Fachingenieur, der damals am Bau der Bahn beteiligt war, nimmt diese Arbeiten vor“, berichtet Samuel Matti, der das „Retrofit“-Programm bei der BDG AG leitet. Dabei werden sowohl die Fundamente der Tal-, der Mittel- und der Bergstation als auch die der rund 30 Stützen begutachtet und beurteilt, ob sich Umweltfaktoren wie beispielsweise eine Erdrutschgefahr im Vergleich zur Bauphase verändert haben oder neu zu berücksichtigen sind. Der Fachspezialist berechnet auch die aktuelle Tragfähigkeit der Fundamente. Die Masten stehen hinsichtlich ihrer zeitgemässen Ausstattung auf dem Prüfstand.

Bundesamt fordert Nachweise

Als Voraussetzung für die Verlängerung fordert das Bundesamt für Verkehr den Nachweis, dass die BDG in der Lage ist, die Anlage instand zu halten und wirtschaftlich zu betreiben. Die entsprechenden Dokumente – sie füllen dicke Ordner – müssen drei Monate vor Ablauf der Betriebsbewilligung und der Konzession vorgelegt werden. Samuel Matti ist sicher, dass die BDG auch diese Vorgabe einhalten wird. Ähnliche Verfahren hat die BDG bereits mehrmals durchlaufen. Sämtliche Auflagen, die das Bundesamt für Verkehr für die Gondelbahn an La Videmanette/Rougemont erhoben hatte, sind bereits erledigt. Der notwendige Investitionsbedarf an der Wispile beläuft sich auf über eine halbe Million Franken.

Mit neuer Steuereinheit in den Sommer

Rechtzeitig vor dem Start in die Sommersaison, der Mitte Juni ansteht, erhält die Wispile-Bahn derzeit eine neue Steuertechnik. In dieses Herzstück hat die Betreibergesellschaft eine Investition in Höhe von rund 400'000 CHF vorgesehen.



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