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seilbahn.net | Themenbereiche | Wirtschaft | 2024-04-19

Jungfraubahn-Gruppe mit höchstem Gewinn der Geschichte

Die Jungfraubahn Holding AG teilt in einer Ad Hoc-Mitteilung gemäss Art. 53 Kotierungsreglement mit, dass sie im Geschäftsjahr 2023 mit 79,6 Millionen Franken den höchsten Gewinn in ihrer Geschichte ausweist. 2023 hat gezeigt, dass die V-Bahn die Wettbewerbsfähigkeit der Jungfraubahn-Gruppe sowohl im Sommer wie auch im Winter stärkt. Die Ausflugsziele erfreuten sich einer sehr hohen Nachfrage. Die Bahnen der Jungfraubahn-Gruppe erzielten 2023 einen Verkehrsertrag von 195,9 Millionen Franken. Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung eine Dividende von 6.50 Franken pro Aktie. 

Die Jungfraubahn-Gruppe legte im Geschäftsjahr 2023 einen Steigerungslauf hin, der schliesslich zum besten Unternehmensergebnis in der Geschichte führte. Der Verkehrsertrag als wichtigste Ertragskomponente betrug 195,9 Millionen Franken und lag damit 40,7 Prozent über dem Vorjahr. Insgesamt erzielte die Jungfraubahn-Gruppe einen Betriebsertrag von 278,1 Millionen Franken, was einer Zunahme um 29,9 Prozent gegenüber dem Jahr 2022 entspricht.

Der Betriebsaufwand von 138,7 Millionen Franken stieg gegenüber dem Vorjahr um 15,3 Prozent. Die Personalkosten haben gegenüber dem Vorjahr um 11,2 Prozent auf 71,1 Millionen Franken zugenommen. Die Zunahme des Energieeinkaufs konnte dank langfristigen Energielieferverträgen moderat gehalten werden, der Warenaufwand nahm aufgrund der Umsatzsteigerungen in der Gastronomie und bei den Top of Europe Shops entsprechend zu. Der übrige Betriebsaufwand lag mit 54,4 Millionen Franken um 7,6 Millionen Franken über dem Vorjahr.

Mit 139,4 Millionen Franken erreichte das EBITDA erstmals einen Wert von deutlich über 100 Millionen Franken. Das EBIT betrug 99,6 Millionen Franken. Nach einem leicht positiven Finanzergebnis und Steuern von 20,4 Millionen Franken resultierte ein im Vergleich mit dem Vorjahr um 79,4 Prozent höheres Jahresergebnis von 79,6 Millionen Franken.

Die Jungfraubahn-Gruppe erzielte einen operativen Cashflow von 96,3 Millionen Franken. Die deutliche Zunahme des Nettoumlaufvermögens resultiert daher, dass 45 Millionen Franken in Form von kurzfristigen Festgeldern angelegt wurden.

Jungfraujoch – Top of Europe

Erstmals nach 2019 und zum fünften Mal überhaupt reisten mehr als 1 Million Besucherinnen und Besucher aus aller Welt zum Jungfraujoch – Top of Europe. Mit 1'007'000 Gästen lag die Besucherzahl 61,1 Prozent über dem Vorjahr und lediglich 4,6 Prozent unter dem Wert des letzten Vorkrisenjahrs 2019. Der Verkehrsertrag im Segment Jungfraujoch – Top of Europe betrug 136,5 Millionen Franken.
Eine starke Zunahme war vor allem bei den Gästen aus Südostasien, Indien sowie den USA festzustellen. Nebst den zahlreichen Einzelreisenden besuchten vermehrt auch wieder Gruppen das Jungfraujoch. Trotzdem fehlten bei den Reisegruppen im Vergleich mit dem Vorkrisenniveau noch rund 120'000 Gäste, primär aus China und Japan.
Das Segment Jungfraujoch – Top of Europe erzielte einen Umsatz von 188,2 Millionen Franken (+46,9 Prozent) und ein EBITDA von 88,8 Millionen Franken (+87,8 Prozent).

Erlebnisberge 

Noch einmal deutlich zulegen konnten die Erlebnisberge. Sämtliche Bahnen erzielten neue Bestwerte beim Verkehrsertrag. Die Frequenzen aus der Vorkrisenzeit wurden bei der Harderbahn und der Firstbahn deutlich übertroffen und bei der Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren trotz längerer umbaubedingter Unterbrüche wieder erreicht. Die gestiegenen Durchschnittserträge bei den Fahrausweisen, die höheren Umsätze in den vermieteten Gastronomiebetrieben und erneut ein Rekordumsatz bei den Soft-Adventure-Angeboten auf Grindelwald First zeigen die beachtliche Entwicklung der Erlebnisberge.
Die Erlebnisberge erzielten einen Verkehrsertrag von 37,0 Millionen Franken, was einem Plus von 35,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht und damit erstmals höher liegt als der Verkehrsertrag im Segment Wintersport. Insgesamt resultierte im Segment Erlebnisberge ein Umsatz von 45,9 Millionen Franken (+22,8 Prozent) und ein EBITDA von 30,0 Millionen Franken (+26,1 Prozent).

Wintersport 

Der schneearme Winter 2022/2023 und das oft warme Wetter beeinträchtigten das Wintersportgeschäft in vielen Regionen, insbesondere im Voralpengebiet. Die Jungfrau Ski Region verzeichnete trotz der schwierigen meteorologischen Bedingungen mit 1,1 Millionen Skier Visits das zweitbeste Resultat der letzten zehn Jahre. Vom Start in die neue Wintersaison bis zum 31. Dezember 2023 registrierte die Jungfrau Ski Region 207’800 Skier Visits. Gegenüber der gleichen Periode in der Vorsaison entspricht dies einer Zunahme von 28,1 Prozent und ist damit der beste Saisonstart in der Geschichte.

Über das Kalenderjahr gesehen, resultierte im Wintersport mit 29,9 Millionen Franken der zweithöchste Verkehrsertrag in der Geschichte der Jungfraubahn-Gruppe. Das Segment Wintersport erzielte 2023 insgesamt einen Umsatz von 41,2 Millionen Franken (-1,9 Prozent) und ein EBITDA von 8,3 Millionen Franken (-29,0 Prozent).

Geldflussrechnung und Investitionen

Der Geldfluss aus Investitionstätigkeit beträgt 59,3 Millionen Franken. Davon wurden 36,8 Millionen Franken in Sachanlagen und 22,0 Millionen Franken in Form von überjährigen Festgeldern als Finanzanlagen investiert. Der Free Cashflow betrug entsprechend 37,0 Millionen Franken. 

Das grösste laufende Investitionsvorhaben ist die Erneuerung der Adhäsionsbahn der Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren. 2023 wurden dafür insgesamt 9,9 Millionen Franken investiert, die direkt oder indirekt durch den Kanton Bern finanziert wurden. Aufgrund der Verzögerung bei der Auslieferung des Rollmaterials erfolgt die fahrplanmässige Inbetriebnahme des neuen Rollmaterials im Juli 2024.

Die Wengernalpbahn investierte 7,1 Millionen Franken in neues Rollmaterial für den Wengen Shuttle, der am 10. Dezember 2023 fahrplanmässig in Betrieb ging. Auch diese Investition wurde durch die Besteller direkt finanziert. Weitere abgeschlossene Investitionen mit direktem Nutzen für die Gäste sind die Beschneiungsanlage «Black Rock» am Eigergletscher, die Inszenierung der Ankunft und der Umbau des Shops auf dem Jungfraujoch sowie die neue Aussichtsplattform First View.

Die Jungfraubahn-Gruppe strebt auch in Zukunft eine auf soliden Ergebnissen basierende Entwicklung und Finanzierung an. Investitionen sollen nach Möglichkeit aus selbst erarbeiteten Mitteln finanziert werden. Die Jungfraubahn-Gruppe unterstreicht damit ihren Anspruch, solide finanziert zu sein und jederzeit unabhängig von Fremdkapitalgebern agieren zu können. Zudem wird so der Spielraum für Ausschüttungen erhöht.

Ausblick

Der Start ins Jahr 2024 verlief beim Jungfraujoch positiv. Vom 1. Januar bis zum 31. März 2024 besuchten 118'069 Gäste das Top of Europe, was gegenüber derselben Periode im Vorjahr (106’852 Gäste) ein Plus von 10,5 Prozent bedeutet. Bei den Erlebnisbergen sind die Zahlen bei der Firstbahn und der Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren erfreulich. Die Harderbahn ist am 29. März 2024 in die neue Saison gestartet. 

In der laufenden Wintersaison 2023/2024 ermöglichte eine gute Schneedecke einen durchgehenden Wintersportbetrieb ab 2. Dezember 2023. Von anfangs Saison bis am 31. März 2024 wurden 1'077’384 Skier Visits registriert. Das sind 6,0 Prozent mehr als in der gleichen Zeitspanne in der Saison 2022/2023.

Der Ausflug aufs Jungfraujoch – Top of Europe hat dank der einmaligen Passage vor der beeindruckenden Eigernordwand mit dem Eiger Express, der schnelleren Erschliessung und der höheren Transportkapazität deutlich an Attraktivität gewonnen. Auch an Spitzentagen konnte die Qualität im Vergleich zur Zeit vor der V-Bahn merklich gesteigert werden, was auch die Gästerückmeldungen aus allen Märkten bestätigten.

Die Corona-Pandemie hat den Trend von Gruppenreisen zu Einzelreisen beschleunigt. Die Grösse der Reisegruppen nimmt tendenziell ab. Diese Trends nimmt die Jungfraubahn-Gruppe mit ihren agilen Vertriebssystemen, spezifischen Angeboten und der Anbindung neuer Absatzkanäle auf.

Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung haben Rahmenbedingungen definiert, um den seit vielen Jahren gelebten nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen im Geschäftsmodell sichtbar zu verankern. Mit dem Geschäftsbericht 2023 erfolgt die Nachhaltigkeitsberichterstattung erstmals in Übereinstimmung mit den Standards der Global Reporting Initiative (GRI).

Geschäftsbericht und Anträge an der GV

Die Generalversammlung der Jungfraubahn Holding AG wird am 17. Mai 2024 in Interlaken durchgeführt. Aufgrund der positiven Entwicklung schlägt der Verwaltungsrat die Ausschüttung einer Dividende von 6.50 Franken pro Aktie (3.60 Franken pro Aktie im Vorjahr) vor. Damit liegt die Payout Ratio in der Mitte des Zielbandes von 35 Prozent bis 60 Prozent. 

Der Geschäftsbericht der Jungfraubahn Holding AG wurde für das Berichtsjahr 2023 als Online-Ausgabe erstellt. 

Geschäftsbericht 2023: www.jungfrau.ch/geschaeftsbericht 





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